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Kalifornien Gouverneur nennt Waldbrände im Winter "neue Normalität"

Kalifornien leidet unter verheerenden Bränden. Der Gouverneur des US-Bundesstaates bereitet die Bevölkerung darauf vor, dass es selbst an Weihnachten Großeinsätze geben könnte - wegen des Klimawandels.

Der Winter in Kalifornien ist in diesem Jahr deutlich trockener gewesen als sonst. Das hat schwere Folgen für die Bewohner des US-Bundesstaats und die Natur. Seit Tagen kämpft die Feuerwehr gegen heftige Brände an, die für diese Jahreszeit unüblich sind. Oder waren. Denn dem Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, zufolge dürften sie "die neue Normalität" sein. "Wir stellen uns darauf ein, auch an Weihnachten Feuerwehreinsätze zu haben."

Der Demokrat, der sich seit Langem für den Klimaschutz stark macht, sprach auch vom Klimawandel, der mit steigenden Temperaturen zu heftigeren Waldbränden beitrage. Fachleute machen die extreme Trockenheit und starke Winde für die Feuer im Süden Kaliforniens verantwortlich. Die Umweltschutzgruppe Climate Nexus nennt vor allem den Klimawandel als Grund.

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Kalifornien: Waldbrände im Winter

Foto: Noah Berger/ AP

Vor den sechs Waldbränden, die zum Teil seit Wochenbeginn zwischen Santa Barbara und San Diego wüten, mussten Medienberichten zufolge bisher mehr als 200.000 Menschen fliehen. In den Brandgebieten wurden mindestens 57.000 Hektar Land und mehr als 850 Gebäude zerstört. Rund 8700 Feuerwehrleute kämpften an mehreren Fronten gegen die Flammen.

Trotz des Infernos kam seit Montag nur ein Mensch ums Leben - im Oktober starben bei Flächenbränden in den weiter nördlich gelegenen Weinanbaugebieten mehr als 40 Menschen.

Im Video: Pferde werden vor den Flammen gerettet

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Dank inzwischen abflauender Winde bekommt die Feuerwehr seit dem Wochenende einige der Brände langsam in den Griff. Am Samstag konnten erste Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Die von der nationalen Wetterbehörde ausgerufene rote Alarmstufe galt wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit dennoch über das gesamte Wochenende. Die Feuerwehrbehörde teilte mit: "Günstige Bedingungen haben geholfen, heute einen deutlichen Fortschritt zu machen." Sie rief Anwohner dennoch dazu auf, wachsam zu bleiben, da sich die Bedingungen wieder ändern könnten.

Südlich von San Diego brannten mehrere Gestüte komplett nieder, Dutzende Pferde starben in den Flammen. In der Region erlitten mindestens vier Menschen Rauchvergiftungen oder Brandverletzungen.

Entwarnung gab es beim Feuer "Skirball", einem der Brände in der Region Los Angeles, der mehrere teure Villen im Nobelviertel Bel Air in Asche gelegt hatte. Bis Samstag war es zu 75 Prozent unter Kontrolle. Auch die renommierte University of California in Los Angeles und das Getty-Museum waren offenbar nicht mehr bedroht. Sie öffneten am Freitag wieder.

yes/AP/dpa
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