Waldbrände in Sachsen Wenn der Regen ausbleibt

Seit Tagen brennen die Wälder in Sachsen, vier Feuerwehrleute wurden bisher verletzt. Am Wochenende sollte sich die Lage entspannen – doch bislang regnet es kaum. Nun sollen tschechische Feuerwehrkräfte helfen.
Ein Hubschrauber mit Löschwasser über einem Waldbrand bei Schmilka

Ein Hubschrauber mit Löschwasser über einem Waldbrand bei Schmilka

Foto: Robert Michael / dpa

Entgegen der Hoffnung bleibt die Lage in Sachsen angespannt: Seit Tagen brennen die Wälder, betroffen sind die Nationalparks Sächsische und Böhmische Schweiz. Doch während im nahen Prag an diesem Samstag heftiger Regen niederging, regnete es in Sachsen zu wenig, um die Brände entscheidend zu schwächen. Das Wetterradar zeige »verhaltene Niederschläge«, die Einsatzkräfte erwarteten »keine spürbare Entspannung«. Das teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Samstag mit.

Die Feuerwehr bleibt mit einem großen Aufgebot vor Ort. Allein 350 Leute sind am Samstagvormittag in der Sächsischen Schweiz im Einsatz. Vier Feuerwehrleute sind bei den dortigen Waldbränden bisher verletzt worden, zwei wurden stationär behandelt. Verletzte unter der Bevölkerung gibt es nach offiziellen Angaben bislang nicht.

Die tschechische Feuerwehr stockt auf

Hubschrauber und Löschflugzeuge unterstützen die Bekämpfung der Brände. Am Freitagabend hatte die Landespolizei bei einem Erkundungsflug weitere Brände mit starker Rauchentwicklung an der deutsch-tschechischen Grenze entdeckt. Die tschechische Feuerwehr verstärkt nun ihren Einsatz. Aus ganz Tschechien wurden am Samstag 220 zusätzliche Kräfte zusammengezogen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Zahl der Feuerwehrleute bei dem Einsatz sei damit auf mehr als 650 gestiegen.

Der Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz wütet auf einer Fläche von 10,6 Quadratkilometern, wie Satellitenbilder zeigen. »Wir werden aktiv in die Glutnester gehen, sie mit Wasser übergießen und den Boden aufhacken«, sagte Feuerwehrsprecher Lukas Marvan im tschechischen Fernsehen.

Der Zutritt zu großen Teilen des Nationalparks wurde inzwischen verboten, um Schaulustige fernzuhalten.

Das verheerende Feuer war am vergangenen Wochenende im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien ausgebrochen und hatte am Montag auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. In mehreren Orten gilt Katastrophenalarm. Derzeit sind etwa 150 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Am Nachmittag will Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) das Waldbrandgebiet in Nordsachsen besuchen.

Entspannung in Brandenburg

In Brandenburg hat sich die Lage dagegen entspannt. Unweit der sächsischen Grenze waren dort ebenfalls am Montag Waldbrände ausgebrochen und hatte sich schnell auf rund 800 Hektar ausgebreitet. Mittlerweile gebe es noch auf einer Fläche von 500 Hektar einzelne Glutnester, die gelöscht werden müssten, hieß es am Samstagmorgen vom Verwaltungsstab des Landkreises.

Am Freitagabend kämpften noch 250 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Sie löschen das Feuer vom Boden aus. Zusätzlich unterstützt die Bundeswehr mit einem Transporthubschrauber und zwei Pionierpanzern, die Schneisen in den Wald schlagen können. Außerdem hatte die gemeinnützige Hilfsorganisation @fire  in der Region gezielt Totholz abgebrannt, um zu verhindern, dass die Feuer auf andere Bereiche übergreifen.

liv/dpa
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