Hitzewelle und Feuer in Europa Vier Tote bei großem Waldbrand auf Zypern

Löschflugzeuge aus anderen EU-Staaten und Israel sollen helfen: Auf Zypern wütet ein Waldbrand, mehrere Menschen kamen um. Auch in Griechenland und Frankreich lodern Feuer, bei Narbonne wurde ein Campingplatz geräumt.
Mehrere Häuser zerstört: Auf Zypern blicken Anwohner auf das Feuer in den Bergen von Larnaka

Mehrere Häuser zerstört: Auf Zypern blicken Anwohner auf das Feuer in den Bergen von Larnaka

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Petros Karadjias / AP

Feuer toben nicht nur in Kanada und dem Nordwesten der USA, sondern auch in Europa: Eine Hitzewelle und anhaltende Trockenheit haben im Süden des Kontinents zu mehreren größeren Waldbränden geführt.

Auf Zypern sind durch ein Feuer in der Nacht zum Sonntag vier Menschen ums Leben gekommen, wie ein Regierungssprecher im Rundfunk bestätigte. Bei den Opfern soll es sich um vier ausländische Landarbeiter handeln. Das Feuer war im Nordosten der Hafenstadt Limassol ausgebrochen.

Bereits am Samstagabend mussten mehrere Dörfer evakuiert werden. Bis Sonntagmorgen waren nach Schätzungen der Feuerwehr 50 Quadratkilometer Wald und landwirtschaftlich genutztes Land zerstört worden. Die Flammen wüten in einer bewaldeten Region des Troodos-Gebirges nordöstlich von Limassol.

»Wir sind hoffnungsvoll«: Waldbrandbekämpfung mit internationaler Hilfe

»Wir sind hoffnungsvoll«: Waldbrandbekämpfung mit internationaler Hilfe

Foto: Iakovos Hatzistavrou / AFP

Zypern bat um internationale Unterstützung bei der Bekämpfung des Brandes. Angefacht durch Wind und starke Hitze breitete sich das Feuer am Samstag aus und zerstörte mehrere Häuser. Präsident Nikos Anastasiades hatte am Samstag von einem »sehr schwierigen Tag« gesprochen und dankte Griechenland für die Entsendung von zwei Löschflugzeugen im Rahmen eines europäischen Hilfsmechanismus. Nach Angaben der Behörden wurden über denselben Hilfsmechanismus zwei weitere Löschflugzeuge aus Italien erwartet.

Britische Soldaten im Löscheinsatz

Außenminister Nikos Christoulides hatte der amtlichen Nachrichtenagentur CNA gesagt, sein Land habe das benachbarte Israel um vier Flugzeuge gebeten, die bei den Löscharbeiten helfen sollten. Landwirtschaftsminister Costas Kadis erklärte, die Insel habe sich wegen der »schwierigen« Situation auch an die EU gewandt.

Am Sonntag hieß es im staatlichen Rundfunk (RIK), insgesamt elf Löschflugzeuge sowie Hunderte Feuerwehrleute und Helfer versuchten, das Feuer einzudämmen. Auf der Mittelmeerinsel stationierte britische Soldaten beteiligen sich ebenfalls an den Löscharbeiten.

Die Flammen loderten an mehreren Fronten, weshalb die Feuerwehr alle Kräfte mobilisierte. Vorsorglich wurden auch im Bezirk Larnaka mehrere Dörfer evakuiert. Vom Urlaubsort Larnaka aus, 40 Kilometer von Limassol entfernt, war dichter Rauch zu sehen. »Es gibt noch zwei große Feuerfronten. Wir setzen massiv Löschflugzeuge ein und sind hoffnungsvoll«, sagte der Regierungssprecher.

Auch Frankreich kämpft angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit gegen Waldbrände. Nahe der Küstenstadt Narbonne haben die Behörden wegen eines Feuers einen Campingplatz räumen lassen. Wohnhäuser seien bisher nicht betroffen, sagte Bürgermeister Didier Mouly dem Nachrichtensender BFMTV. Auf Bildern war über der Region eine riesige grau-schwarze Rauchsäule zu sehen. Nach Angaben der Behörden waren mehrere Hundert Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge eingesetzt.

Noch 170 Brände in Kanada

Auf der Ferieninsel Kefalonia im Ionischen Meer Griechenlands brach am Wochenende ebenfalls ein großer Busch- und Waldbrand aus. Dörfer mussten evakuiert werden. Die Feuerwehr setzte sieben Löschflugzeuge und Hubschrauber ein, um die Flammen zu stoppen. Zudem wurde Verstärkung aus dem Festland zur Insel gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Seit Tagen herrscht in Griechenland eine Hitzewelle mit Temperaturen von örtlich über 40 Grad. Zudem wehten im Westen am Samstag starke Winde.

Weltweit haben derzeit zahlreiche Regionen mit großer Hitze und Waldbränden zu kämpfen. Im Westen Kanadas loderten zuletzt mehr als 170 Waldbrände. Verteidigungsminister Harjit Sajjan entsandte Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte, sie bereiteten Militärflugzeuge zur Brandbekämpfung und Evakuierung von Ortschaften vor. Auch im Norden des US-Bundesstaats Kalifornien kämpfte die Feuerwehr gegen große Waldbrände an, von denen viele durch Blitzeinschläge entzündet wurden.

In Russland kämpfen Tausende Feuerwehrleute und freiwillige Helfer ebenfalls gegen eine große Zahl von Waldbränden. Aus der russischen Teilrepublik Jakutien waren am Samstag fast 200 Feuer gemeldet worden. Den Behörden zufolge breitete sich der durch die Brände entstandene Rauch auch in der Großstadt Jakutsk aus.

apr/AFP/dpa
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