Walkonferenz Auftaktsieg für Greenpeace

Erste Schlappe für Japan bei der Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC): Die Umweltorganisation Greenpeace behält den Beobachterstatus.


In Gefahr: Grauwale
AP

In Gefahr: Grauwale

Adelaide - Der japanische Delegationsleiter Minoru Morimoto sagte vor den Teilnehmern im australischen Adelaide, Greenpeace habe bei einer Aktion gegen japanische Walfänger in der Antarktis das Leben der Besatzung gefährdet. Deshalb müsse der Umweltorganisation der Beobachterstatus entzogen werden. Nach Angaben von Greenpeace-Sprecher Ralf Sonntag wandten sich unter anderem Australien, Neuseeland und die USA gegen den Antrag.

Am Dienstag sollen die Teilnehmer aus insgesamt 40 Staaten über einen Vorschlag Australiens und Neuseelands abstimmen, im Pazifik eine zwölf Millionen Quadratkilometer große Schutzzone für Wale einzurichten. Dafür wurde aber die Zustimmung von 75 Prozent der IWC-Mitglieder benötigt, was als unwahrscheinlich galt. Japan ist strikt gegen die Schutzzone und hat andere Staaten gedrängt, den Vorschlag abzulehnen.

Japan fordert dagegen, das kommerzielle Fangverbot aufzuheben, da der Verzehr von Walfleisch Teil der japanischen Kultur sei. Die IWC hatte 1986 aus Furcht vor einer Ausrottung der Wale ein globales Fangverbot erlassen. Ein Jahr später wurde Japan der Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken aber erlaubt. Seitdem töten japanische Walfänger jährlich schätzungsweise 400 Wale, die meisten davon werden als Lebensmittel verkauft.



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