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Was haben Sie da gedacht, Pater Dantscher?

aus DER SPIEGEL 29/2001

Der Jesuit Jörg Dantscher, 59, zur Begegnung mit Helmut Kohl nach der Feier für dessen verstorbene Ehefrau vor dem Dom zu Speyer

»Der Trauergottesdienst, bei dem viele Menschen tief bewegt waren, war zu Ende. Es hatte vorher auch Anrufe und manches scharfe Gespräch gegeben, wie die katholische Kirche eine evangelische Frau und jemanden, der sein Leben selbst beendet hatte, beerdigen könne. Vieles davon empfand ich als taktlos, ja sogar als unchristlich im Vorfeld dieses Gottesdienstes, auch in den Medien. Nun stand Helmut Kohl vor dem Dom und erwies dem Sarg seiner Frau Reverenz. Da wendet er sich uns sehr menschlich zu. Ich fühlte in diesem Augenblick Scham, empfand dagegen die freundschaftliche Art, in der sich Helmut Kohl bei uns Priestern bedankte, als sehr tröstlich. In solchen Stunden willst du behutsam sein, Dankbarkeit für gute Begegnungen zeigen, Hoffnungen für morgen teilen. Sonst nichts. Politik ist da nicht gefragt.«

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