Washingtoner Heckenschütze 17-Jähriger soll viermal geschossen haben

Mindestens drei Menschenleben sollen auf das Konto des 17-jährigen Washingtoner Heckenschützen gehen. Ein weiterer Passant soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft von John Lee Malvo schwer verletzt worden sein.


John Allen Muhammad und John Lee Malvo werden für 18 Bluttaten verantwortlich gemacht
Reuters

John Allen Muhammad und John Lee Malvo werden für 18 Bluttaten verantwortlich gemacht

Fairfax - Durch Fingerabdrücke auf der Mordwaffe sei das zu beweisen, sagte Staatsanwalt Robert Joran am Dienstag bei einer Anhörung in Fairfax im US-Staat Virginia. Zudem habe Malvo viermal Kontakt zur Polizei aufgenommen und zehn Millionen Dollar dafür gefordert, dass er die Mordserie von sich aus beende.

Zusammen mit dem 41-jährigen John Allen Muhammad, dem mutmaßlichen Haupttäter, wird der 17-Jährige für 18 Bluttaten verantwortlich gemacht, die in 13 Fällen tödlich ausgingen. Der erste Prozess wird in Virginia stattfinden. Die Anhörung soll klären, ob Malvo prozessrechtlich als Erwachsener behandelt werden kann. Dann würde ihm die Todesstrafe drohen.

Das Auto der beiden war so umgebaut, dass aus dem Kofferraum geschossen werden konnte
REUTERS

Das Auto der beiden war so umgebaut, dass aus dem Kofferraum geschossen werden konnte

Nach Medienberichten hat Malvo schon vor längerem bei der Polizei ein Geständnis abgelegt. Wie Soldaten seien sie vorgegangen, einer sei der Späher und der andere der Schütze gewesen. Während der siebenstündigen Vernehmung gab Malvo den Berichten zufolge zu, selbst mehrmals den Finger am Abzug gehabt zu haben. Die beiden hielten Kontakt mit Hilfe von Funkgeräten. Wenn der Verkehr oder andere Bedingungen ungünstig waren, änderten sie kurzfristig ihre Pläne.

Das Auto hatten die beiden Heckenschützen, die wochenlang das öffentliche Leben in der US-Hauptstadt lahm legten, so umgebaut, dass aus dem Kofferraum geschossen werden konnte, ohne dabei den Wagen zu verlassen.



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