Wasserhund im Weißen Haus First Dog steigert Nachfrage bei Züchtern

Ärmellose Kleider, Bodenständigkeit, herzlicher Umgang trotz des eigentlich steifen Protokolls: Die Obamas scheinen alles richtig zu machen. Kein Wunder also, dass nun auch Bo Obama nach seinem Einzug ins Weiße Haus zum Vorbild avanciert.


Bonn - Jetzt, da er es bis ganz nach oben geschafft hat, wollen alle einen haben: Der Portugiesische Wasserhund der Familie des US-Präsidenten Barack Obama steigert die Nachfrage nach Welpen der Hunderasse bei deutschen Züchtern.

"Seit Präsident Obama seinen Hund hat, steht mein Telefon nicht mehr still", sagte Wasserhund-Züchterin Dietlind Scholz aus Niedersachsen. Solange das Interesse am Hund der Obamas nicht zurückgehe, werde sie keine Welpen züchten. Den Käufern müsse es ernst sein.

Seit Bo Mitglied der Präsidentenfamilie ist, sind Wasserhunde schwer gefragt - und bei einigen Züchtern bereits "ausverkauft".

Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet eigenen Angaben zufolge, dass die Berichterstattung über den neuen Hund im Weißen Haus einen Massenansturm auslösen könnte und warnt vor unüberlegten Käufen. "Viele werden sich mit einem Portugiesischen Wasserhund übernehmen. So ein Hund braucht viel Bewegung und Auslauf", sagte Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund.

Bereits der Kinofilm "101 Dalmatiner" aus dem Jahr 1997 habe eine erhöhte Nachfrage nach Dalmatinern zur Folge gehabt. Viele Tiere hätten sich kurz darauf in Tierheimen wiedergefunden, sagte Schröder.

Der Portugiesische Wasserhund wurde bis in die dreißiger Jahre zur Unterstützung beim Fischfang eingesetzt. Die Tiere gelten bis heute als sehr gute Schwimmer.

"First Dog" Bo hatte in dieser Woche seinen ersten Tag im Weißen Haus: Das Hündchen der Kinder Malia und Sasha zog am Dienstag offiziell bei der Familie von US-Präsident Barack Obama ein. Obama hat mit dem Welpen ein Wahlkampfversprechen an seine Töchter erfüllt. Ausgesucht hat das schwarz-weiße Tier Senator Ted Kennedy, der mehrere Portugiesische Wasserhunde besitzt.

han/ddp/AP



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