Niedersächsische Inseln Aufruf zur Katzenjagd empört Tierschützer

Auf Inseln im Nationalpark Wattenmeer brüten seltene Vogelarten - ein gefundenes Fressen für verwilderte Katzen. Die werden nun gejagt, um die Vögel zu schützen. Tierfreunde kritisieren das. Die Verantwortlichen entgegnen, die Jagd auf Katzen entspreche der "gängigen Praxis".

Insel Langeoog: "Es geht um ein Schutzprogramm für bedrohte Arten"
DPA

Insel Langeoog: "Es geht um ein Schutzprogramm für bedrohte Arten"


Wilhelmshaven - Ein Aufruf der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer zur Jagd auf wildernde Katzen hat Kritik geerntet. Nach Protesten von Tierfreunden versuchte die Behörde, die Wogen zu glätten. "Keine Katze wird wahllos getötet", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Parkverwaltung und der Inselgemeinde Borkum. "Für uns geht es um ein Schutzprogramm für bedrohte Arten", verteidigte ein Sprecher des Umweltministeriums die Maßnahme.

Hintergrund der Aktion ist laut Pressemitteilung die Beteiligung Niedersachsens an einem von der EU geförderten Vogelschutzprojekt. Dazu gehöre auch, auf den Inseln Borkum und Langeoog eingeschleppte Beutegreifer - verwilderte Katzen, Ratten oder Igel - zu kontrollieren. "Sie fressen die Gelege und Küken am Boden brütender Vögel und bedrohen damit ihren Fortbestand", lautet die Argumentation.

Von Natur aus würden die Beutegreifer auf den Inseln nicht vorkommen. Es sei "gängige Praxis, in Schutzgebieten den Einfluss dieser Tiere zu kontrollieren, gerade wenn besonders gefährdete Arten bedroht sind". Dazu zählt demnach auch das Erlegen der Katzen, die in diesem Fall durch das niedersächsische Jagdgesetz gedeckt sei. Zugleich habe der Landkreis Leer verordnet, dass Katzenhalter im Kreis ihre Tiere kastrieren und markieren lassen müssen.

ulz/dpa

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