Weiberfastnacht Verrückte Hühner

An Weiberfastnacht beginnt die heiße Phase des Straßenkarnevals. Diesmal steht das bunte Treiben allerdings unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen. Und unter Einfluss eines Sturmtiefs.

DPA

Es ist mal wieder soweit: Trotz Sturmwarnung hat im Rheinland und anderswo mit Weiberfastnacht oder Altweiber der Straßenkarneval begonnen. In Düsseldorf stürmten um 11.11 Uhr die "Möhnen" - ältere Frauen - das Rathaus und nahmen den Bürgermeister gefangen.

In Köln eröffnete zur selben Zeit das Dreigestirn - bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau - das Bühnenprogramm in der Innenstadt. Die Stadtschlüssel musste sich das Dreigestirn nicht mehr aneignen, sie befinden sich bereits seit Mitte Januar in seinem Besitz. In Mainz versammelten sich die Närrinnen auf dem Schillerplatz.

Dabei sollten die Kostüme sturm- und wasserfest sein. Ab dem Nachmittag muss laut Deutschem Wetterdienst mit Regenschauern und Windgeschwindigkeiten zwischen 105 und 110 Kilometern pro Stunde gerechnet werden. Im Laufe des Abends erwarten die Meteorologen sogar Orkanböen. In Düsseldorf wollen die Karnevalisten am frühen Nachmittag kurzfristig entscheiden, ob das Programm aufgrund der Sturmgefahr verkürzt wird.

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Karneval: Weiberfastnacht im Rheinland

In Köln gab die Stadtverwaltung kurz vor 11.11 Uhr eine Sturmwarnung aus. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Waldgebiete, Parkanlagen und Alleen zu meiden. Die Stadt schloss Friedhöfe, den Forstbotanischen Garten sowie den Lindenthaler Tierpark und warnte vor umstürzenden Bäumen und abbrechenden Ästen.

In Köln waren weniger Jecken unterwegs als in den vergangenen Jahren. "Es scheint so, dass sich doch Leute von den Wetterwarnungen haben abhalten lassen", sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. Die Stadtverwaltung schätzte die Zahl der Feiernden für den Nachmittag auf gut 20.000, Tendenz steigend. In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt.

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Karneval in Köln und Mainz: Das sind die Motivwagen

Wohl noch nie waren die Sicherheitsvorkehrungen während des Straßenkarnevals so streng wie in diesem Jahr. Als Reaktion auf Terroranschläge wie in Berlin werden vielerorts Fahrzeugsperren eingesetzt. In Köln, Düsseldorf und Mainz gilt an Rosenmontag ein Fahrverbot für Lastwagen. In Köln und Düsseldorf will die Polizei zudem Beamte mit Maschinenpistolen einsetzen.

In Mainz hat Polizeidirektor Achim Zahn an die Narren appelliert, bei der Wahl ihrer Verkleidung an die Sicherheitslage zu denken: Wer sich als Islamist verkleide und eine Sprengstoffgürtel-Attrappe trage, könne Ärger erwarten.

Im Unterschied zu Köln und Düsseldorf hat die Weiberfastnacht in Mainz noch keine lange Tradition. Erst seit einigen Jahren gewinnt sie auch hier kräftigen Zulauf vor allem bei jungen Leuten. Närrinnen waren in kunterbunten Kostümen etwa als Teufelinnen, Nonnen, Biene Maja, Einhörner und Regenbogen gekommen.

Auch in Baden-Württemberg startete die heiße Phase der Fastnacht. Unzählige Maskenträger waren schon in aller Frühe unterwegs, um mit Lärm die Menschen zu wecken. In Konstanz ging es um 6 Uhr los, andernorts sollen die Narren sogar noch früher mit lauter Musik durch die Gassen gezogen sein.

wit/dpa/AFP



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