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JUGEND Weibliche Machos

aus DER SPIEGEL 49/2002

In Musik-Videos singen Mädchen »Junge, du bist meine Beute« oder »Ich ruf dich nur an, wenn ich einsam bin, und wenn wir fertig sind, dann steh auf und geh«. In Serien wie »Sex and the City« sind Frauen die Starken und Männer die Dummen. US-Wissenschaftler glauben, dass solche Vorbilder soziale Folgen haben: Mädchen seien »sexuell aggressiver« geworden, hat die New Yorker Psychologin Linda Carter beobachtet, und ihre Kollegin Ann Kearney-Cooke von der University of Cincinnati erklärt sich das so: »Sie stürzen sich auf Medien-Vorbilder, sie schauen MTV und Talkshows und surfen im Netz und lernen dort, was eine Beziehung ist« - und nicht etwa von den Eltern, die sie sowieso kaum sehen. Wie dieses Verhalten auf junge Männer wirkt, ist in der »New York Times« zu lesen; sie stellt ein Buch vor, das im nächsten Jahr bei Simon & Schuster erscheinen soll: »Generation Slut« heißt es, und verfasst wurde es von dem 19-jährigen Studenten Marty Beckerman, der die lockeren Sitten der jungen Frauen beklagt: Eine »Eroberungshaltung« findet er vor, wie man sie früher nur von Männern kannte - »eine Art Machismo« sogar.

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