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GESCHLECHTER Weibliche Skrupel

aus DER SPIEGEL 22/2008

Mathematik ist eher selten Lieblingsfach von Mädchen, und es gibt weniger Mathematikerinnen als Mathematiker. Neue Studien kommen zu dem Schluss, dass das Vorurteil der geringeren mathematischen Begabung von Frauen dafür verantwortlich ist. Laut der Wiener Bildungspsychologin Christiane Spiel unterschätzen Mädchen schon in der Schulzeit ihre Leistungen in Mathematik. Gute Leistungen führten sie auf Glück oder die Gunst der Lehrer zurück, schlechte aber auf mangelndes Talent. Bei Versuchen am Dartmouth College, New Hampshire, gelang es der Neurowissenschaftlerin Anne Krendl, diesen Prozess mit einem Gehirnscanner zu verdeutlichen: Krendl unterteilte die Teilnehmerinnen in zwei Gruppen. Die eine wurde vor dem Test mit dem Vorurteil konfrontiert, die andere erhielt neutrale Anweisungen. Bei den manipulierten Frauen war die fürs Rechnen zuständige Gehirnregion später weniger aktiv als bei den anderen, dafür verstärkte sich die für emotionale Informationen zuständige Region. Die Selbstzweifel störten: Die unvorbelastete Gruppe schnitt weit besser ab.

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