Weihnachtsmarkt in Erfurt Ein Denkmal für den wirren Waschbären

Ein Waschbär torkelte Anfang Dezember über den Erfurter Weihnachtsmarkt - und wurde erschossen. Nun hat ein lokaler Künstler dem Tier ein Denkmal geschnitzt.
Ein (anderer) Waschbär

Ein (anderer) Waschbär

Foto: Peter Steffen/ dpa

Eine kleine Statue aus Holz soll in Zukunft an den vermeintlich betrunkenen Waschbären erinnern, der Anfang Dezember über den Erfurter Weihnachtsmarkt torkelte und international für Schlagzeilen sorgte. Der Stadtjäger hatte das Tier schließlich erschossen.

Der Bad Blankenburger Kettensägenkünstler Florian Lindner alias "Holzflori" hat aus den Resten des Erfurter Weihnachtsbaums "Rupfi" nun einen Waschbären geschnitzt, der eine Rotweinflasche in den Pfoten hält und daran nippt.

Der Bären-Künstler erklärte, das Tier sei ihm und vielen anderen ans Herz gewachsen. Lindner brachte die Waschbär-Skulptur am Sonntag zum Domplatz, wo sie an den Weihnachtsfeiertagen ausgestellt sein wird.

War der Bär betrunken oder krank?

Was wirklich hinter dem verwirrten Spaziergang des Waschbären steckte, ist bislang nicht geklärt. Der Waschbär sei erschöpft gewesen und habe sich vor dem Erfurter Rathaus unter einem Mülleimer ausgeruht. Danach habe er sich aufgerappelt und sei durch die Gegend getorkelt. Die Geschichte nahm ihren Lauf, als ein Sprecher der Polizei Medienvertretern gegenüber erklärte, der Bär sei "offensichtlich alkoholisiert" gewesen. Als das Tier später in einem Hauseingang zusammenbrach, wurde die Feuerwehr gerufen. Es hieß, der Bär sei krank gewesen.

Waschbären stehen in Deutschland nicht unter Naturschutz, sie dürfen gejagt werden. Allerdings dürfen sie nicht in Städten und Gemeinden getötet werden. Im Jagdjahr 2017/2018 wurden laut Deutschem Jagdverband  bundesweit 172.549 Waschbären getötet.

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