Nach Sicherheitspanne Secret Service erwägt Straßensperren vor Weißem Haus

Der Secret Service will offenbar die Kontrollmaßnahmen am Weißen Haus drastisch verschärfen. Hintergrund ist eine Sicherheitspanne, bei der am Freitag ein Bewaffneter in den US-Regierungssitz eingedrungen war.

AP

Washington - Der für den Schutz des US-Präsidenten zuständige Secret Service erwägt offenbar die Einrichtung von Checkpoints mit Sicherheitskontrollen in der Umgebung des Weißen Hauses. Das berichten die "New York Times" und die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der Strafverfolgungsbehörden.

Der Zeitung zufolge könnten Touristen und andere Besucher bereits mehrere Blocks entfernt vom Weißen Haus kontrolliert werden. Secret-Service-Leute würden dabei Taschen durchsuchen und potenzielle Störer identifizieren. Metalldetektoren oder Körperscanner wie an Flughäfen seien aber wohl nicht geplant.

Hintergrund der Diskussionen ist ein Zwischenfall am Freitag, bei dem ein mit Klappmesser bewaffneter Irak-Veteran über den Zaun des Weißen Hauses gesprungen, über den Rasen gelaufen und ins Gebäude eingedrungen war. Erst hinter der Eingangstür wurde er festgenommen. US-Präsident Barack Obama und seine Familie waren zu dem Zeitpunkt nicht vor Ort.

Unmittelbar nach dem Vorfall wurden die Sicherheitsmaßnahmen am Regierungssitz verschärft. Untersucht werden soll auch, wie es der 42-Jährige bis ins Weiße Haus schaffen konnte. Zwar kommt es regelmäßig vor, dass Unbefugte auf das Grundstück gelangen - üblicherweise werden sie aber bereits auf dem Rasen vor dem Haus festgenommen, zuletzt etwa am Jahrestag der Anschläge vom 11. September.

Unterdessen gab es schon am Samstag den nächsten Zwischenfall. Ein Mann wurde festgenommen, nachdem er mit seinem Wagen das Zufahrtstor des Weißen Hauses angesteuert hatte und sich weigerte, das Gelände zu verlassen. Straßen wurden in der Folge abgesperrt, Sprengstoffspezialisten durchsuchten das Auto des Mannes. Bislang gibt es keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen den beiden Vorfällen.

rls/AP



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