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29. Dezember 2005, 12:08 Uhr

Weißes Land

Deutschland hält sich schneebedeckt

Worauf die Menschen in vielen Teilen Deutschlands an Weihnachten vergeblich gehofft hatten, ist jetzt eingetreten: Fast das ganze Land ist mit einer Schneedecke überzogen. Eine ungetrübte Freude, denn das angekündigte Verkehrschaos ist bisher ausgeblieben.

Hamburg - Starker Schneefall hat am Morgen den Verkehr in Nord- und Ostdeutschland behindert. Die Lagezentren der Innenministerien von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt meldeten jedoch keine größeren Probleme auf den Straßen. Vereinzelt habe es Unfälle mit Blechschäden gegeben, sagte ein Polizeisprecher in Chemnitz (Sachsen). Lastwagen seien zeitweise im Schnee stecken geblieben: "Es ist halt Winter."


"Die Fahrer der Räumfahrzeuge sind pausenlos im Einsatz", sagte Beate Bodnar von der Chemnitzer Stadtreinigung. Dennoch seien Autobahnen wie die A 4 Dresden-Chemnitz-Eisenach weiter mit Schnee bedeckt. In Sachsen wurde die zwischenzeitlich gesperrte B170 zwischen Dresden und dem Grenzübergang Zinnwald wieder für den Verkehr freigegeben.

Der Deutsche Wetterdienst hob eine Unwetterwarnung für Thüringen auf. Für weite Teile Sachsens und Sachsen-Anhalts galt die Warnung jedoch weiter. In Sachsen habe sich der Schneefall zwar ebenfalls abgeschwächt, doch könne es im Laufe der Nacht und am Tage wieder heftiger schneien, hieß es.

Auf der Insel Fehmarn (Schleswig-Holstein) legten starke Schneeverwehungen den Verkehr fast völlig lahm. Die meisten Straßen seien aufgrund des anhaltenden Schneefalls und des starken Windes unpassierbar. Im übrigen Schleswig-Holstein waren vorsorglich alle Schwertransporte auf Autobahnen gestoppt worden. Besonders an den Küsten rechneten die Meteorologen mit erheblichen Schneeverwehungen.

Auch in Niedersachsen hatten die Autofahrer mit Schnee und Glätte zu kämpfen, doch blieb auch hier das befürchtete Chaos aus. Es habe gebietweise zwar stark geschneit, doch werde der Wind erst im Tagesverlauf auffrischen, sagte ein Sprecher des Wetterdienstes Meteomedia. Dann könne es vor allem im östlichen Teil des Landes gefährliche Schneeverwehungen geben.

In Bayern rutschte auf glatter Fahrbahn ein Lastwagen mit seinem Anhänger in einer Ausfahrt der A8 bei Fürstenfeldbruck aus der Kurve, die Ausfahrt musste laut Polizei für die Bergungsarbeiten gesperrt werden.

Auf den Bahnstrecken wurden vereinzelt Weichen frei geschaufelt, sagte ein Sprecher. Verspätungen durch Schnee und Glätte gebe es nicht. Flugreisende müssen mit Verzögerungen rechnen. Ursache für die verspäteten Abflüge seien vereiste Maschinen, sagte ein Sprecher des Flughafens Berlin-Tegel. Bei kräftigen Schneeverwehungen müsse der Flugverkehr zeitweise unterbrochen werden.

Dem Wetterdienst Meteomedia zufolge zieht jetzt ein neues Schneegebiet von Osten heran. Damit frische auch der Wind auf, so dass es Schneeverwehungen geben könne.

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