Weißrussland Mehrere Tote bei Explosion in Minsker U-Bahn

Es gab mehrere Todesopfer und viele Verletzte, einige davon schwer: In der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist es zu einer Explosion gekommen. Der Geheimdienst KGB ermittelt, die Polizei geht von einem Terroranschlag aus.

REUTERS

Hamburg - Ausnahmezustand in Minsk: Bei einer schweren Explosion in einer Metrostation in der weißrussischen Hauptstadt sind am Montag mindestens elf Menschen getötet worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Präsidenten Alexander Lukaschenko. Demnach wurden zudem rund hundert Menschen bei dem Vorfall verletzt, einige von ihnen schwer. Ein Augenzeuge sagte AFP, einem Menschen seien durch die Explosion die Beine abgerissen worden.

Verletzte seien auf Tragen von der Haltestelle Oktjabrskaja weggebracht worden, berichteten Augenzeugen der unabhängigen Agentur Belapan. Schwarzer Rauch steige aus dem U-Bahn-Schacht auf. Die Kleidung vieler Menschen, die von der Metrostation flüchteten, war zerfetzt, heißt es.

Der Ausgang der Metrostation Oktjabrskaja liegt direkt am Hauptbüro von Lukaschenko und seiner Residenz. Er machte sich in der betroffenen Haltestelle Oktjabrskaja ein Bild der Lage und legte Blumen nieder. Er rief eine Krisensitzung ein und befahl, die Sicherheitsvorkehrungen in dem ohnehin scharf kontrollierten Land noch zu verstärken. Die Metrostation soll unbestätigten Berichten zufolge stark beschädigt sein.

Die Explosion ereignete sich mitten im Berufsverkehr. Mehrere Krankenwagen und Löschfahrzeuge rasten zum Unglücksort im Stadtzentrum. Dort trafen auch Mitarbeiter des weißrussischen Geheimdienstes KGB ein. Zwei weitere Haltestellen wurden gesperrt. Oktjabrskaja ist die einzige Umsteigestation der Minsker Metro.

Zur Ursache der Explosion ist noch nichts bekannt, die Polizei geht von einem Terroranschlag aus. Die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik galt bisher allerdings nicht als Ziel von Terroristen.

Weißrussland steht vor dem Staatsbankrott und wartet auf einen Milliardenkredit aus dem Nachbarland Russland. Zahlreiche Oppositionelle sitzen im Gefängnis oder stehen unter Hausarrest. Führende Regierungsgegner sind ins Ausland geflohen.

jjc/ffr/Reuters/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.