Weltkriegsbombe auf der A 3 Tödliche Explosion nach über 60 Jahren

Ein Baufahrzeug wurde in zwei Teile gerissen, Trümmerteile flogen durch die Luft, als die Bombe um 10.45 Uhr detonierte. Auf der A 3 bei Aschaffenburg hat eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg einen 46 Jahre alten Bauarbeiter in den Tod gerissen; mehrere Menschen erlitten einen Schock.


Würzburg - Die Explosion ereignete sich zwischen den Anschlussstellen Aschaffenburg-West und Aschaffenburg-Ost. Nach ersten Ermittlungen war eine von dem Arbeiter gesteuerte Fräsmaschine auf den Blindgänger gestoßen. Das Baufahrzeug, das eine gesperrte Betonfahrbahn mehrere Zentimeter tief abfräsen sollte, sei bei der Explosion hochkatapultiert und in zwei Teile zerrissen worden. Der aus Dresden stammende Fahrer sei auf der Stelle tot gewesen.

Vier Bauarbeiter sowie eine Autofahrerin erlitten einen Schock. Das Unglück sorgte auf der viel befahrenen Autobahn Frankfurt-Würzburg (A 3) für ein Verkehrschaos. Bei der Detonation sind sieben Fahrzeuge beschädigt worden, unter anderem ein LKW und ein Sattelzug. Wegen der stundenlangen Vollsperrung wurde der Fernverkehr weiträumig umgeleitet.

Nach einer ersten Einschätzung der Polizei steckte der Sprengkörper in dem aus Beton bestehenden Fahrbahnbelag der Autobahn. "Davon müssen wir jedenfalls ausgehen", sagte Schmitt. Ob er bei dem Jahrzehnte zurückliegenden Bau der wichtigen Ost-West-Autobahn aus Versehen mit dem Beton eingegossen wurde, sei aber noch unklar. "Das müssen unsere weiteren Ermittlungen zeigen." In diesem Fall wären jahrzehntelang Millionen von Autos über den im Fahrbahnbeton eingeschlossenen Blindgänger gerollt, ohne dass es zu einem Unglück gekommen war.

Für Rätsel sorgte zunächst die Art des Sprengkörpers. Mitarbeiter des Sprengkommandos Feucht bei Nürnberg und Sachverständige des Landeskriminalamts aus München identifizierten den Sprengkörper als alliierte Fliegerbombe. 250 Kilogramm Sprengstoff habe sie enthalten, ermittelten die Experten aus der Kraterform und Splitterfunden.

Zwischenzeitlich hatte es geheißen, für eine Fliegerbombe sei der Sprengkörper zu klein. Möglicherweise handele es sich um eine Sprenggranate.

Die Fräsarbeiten an der älteren Betonfahrbahn sind Teil der Bauarbeiten, mit denen die bislang vierspurige Autobahn auf sechs Spuren erweitert werden soll. Der Autobahnabschnitt in der Höhe von Aschaffenburg gilt seit langem als Nadelöhr für den Verkehr nach Franken, Südbayern und Österreich.

dab/han/AP/Reuters/dpa/ddp



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