Weltkriegsbombe in Osnabrück Anwohner sollen Evakuierung verzögert haben

»Da musste mitunter sehr viel diskutiert werden«: Polizei und Stadt Osnabrück hatten laut eigenen Angaben vor der Entschärfung eines Blindgängers Probleme – mit uneinsichtigen Anwohnern.
Osnabrück: Sprengmeister Michael Crölle vom Kampfmittelbeseitigungsdienst steht an der entschärften Fünf-Zentner-Bombe

Osnabrück: Sprengmeister Michael Crölle vom Kampfmittelbeseitigungsdienst steht an der entschärften Fünf-Zentner-Bombe

Foto: Friso Gentsch / dpa

In Osnabrück haben sich am Montag mehrere Anwohner zunächst geweigert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen – und damit die Entschärfung einer Weltkriegsbombe verzögert. Das teilten die Stadt Osnabrück und die Polizei nach der Entschärfung des Blindgängers mit. »Da musste mitunter sehr viel diskutiert werden«, sagte ein Stadtsprecher. Auch von der Polizei habe es mehrfach Ansprachen an die Bewohner gegeben, sagte eine Sprecherin.

Warum die einzelnen Anwohner ihre Gebäude nicht verlassen wollten, ist nicht bekannt. Insgesamt mussten etwa 4200 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Evakuierung begann am späten Nachmittag, gegen 22.15 Uhr wurde die Bombe den Angaben zufolge dann von Kampfmittelräumern unschädlich gemacht.

Corona-Kontaktbeschränkungen vorübergehend aufgehoben

Während der Evakuierung wurden die geltenden Corona-Kontaktbeschränkungen vorübergehend aufgehoben. »Betroffene durften für die Dauer der Räumung auch bei Freunden und Bekannten unterkommen«, sagte der Stadtsprecher. Laut geltender Corona-Regeln darf ein Haushalt sonst nur Kontakt zu höchstens einer weiteren Person haben. Allerdings bat die Stadt darum, auch bei Freunden und Verwandten Abstände möglichst einzuhalten.

Für die Unterbringung von Infizierten und Menschen in Quarantäne galt die Ausnahme nicht – sie stellten die mehr als 190 Einsatzkräfte vor eine Herausforderung. Die beiden Gruppen wurden in kurzfristig eingerichteten Isolationsräumen in zwei Evakuierungszentren untergebracht.

wit/dpa