"Earth Hour" 2013 Wenn weltweit die Lichter ausgehen

Umweltschutz kann so schön sein: Für die Klimaaktion "Earth Hour" gehen in dieser Nacht in Tausenden Städten für eine Stunde die Lichter aus. Die temporäre Finsternis soll zum Stromsparen animieren.

AFP

Hamburg - Mit einer in Dunkelheit getauchten Skyline der australischen Metropole Sydney hat am Samstag die weltweite Klimaaktion "Earth Hour" begonnen. Unter dem Jubel von Schaulustigen versanken Stadtsilhouette und Harbour Bridge um 20.30 Uhr (Ortszeit, 10.30 Uhr MEZ) in Dunkelheit - mit Ausnahme des weltberühmten Opernhauses, das in Anspielung auf erneuerbare Energien in grünem Licht erstrahlte.

Sydney war 2007 der Ursprung der "Earth Hour"-Aktion, an der im vergangenen Jahr bereits rund 150 Länder teilnahmen. Was mit zwei Millionen Teilnehmern in der australischen Millionenmetropole begonnen habe, sei zu einer "landesweiten und weltweiten Tradition" geworden, sagte der Chef der australischen Sektion der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF), Dermot O'Gorman.

"Es ist wirklich aufregend", sagte Jessica Bellamy aus Sydney, als um Punkt 20.30 Uhr die Lichter ihrer Großstadt ausgingen. "Eine sehr anregende Nacht, weil es um Hoffnung und Wandel geht." Kurz nach Australien folgten Japan und China.

Dunkel: Tokio Tower, Taj Mahal, Buckingham Palace

Die veranstaltenden Umweltschutzverbände erwarten, dass erneut Hunderte Millionen Menschen zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr (jeweilige Ortszeit) das Licht ausschalten. Besonders spektakulär sind dabei die ins Dunkel getauchten internationalen Baudenkmäler und Wahrzeichen von Großstädten.

In Tokio gingen unter anderem die Lichter des Tokio Tower aus, auch das Friedensdenkmal in Hiroshima zur Erinnerung an die Opfer der Atombombenabwürfe 1945 fiel in Dunkelheit. In Peking wurde die Beleuchtung am Vogelnest getauften Stadion der Olympischen Spiele von 2008 ausgeschaltet, in Shanghai und in Hongkong waren die imposanten Skylines vorübergehend nicht illuminiert. In Singapur beobachteten Menschen auf einer Schwimmplattform den Start der Aktion.

Im Laufe des Tages sollen unter anderen das Taj Mahal in Indien, der Moskauer Kreml, der Eiffelturm in Paris sowie der Buckingham Palace in London und das Empire State Building in New York folgen. Neu hinzu kommen in diesem Jahr unter anderem die berühmte Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen und die David-Statue in Florenz. Außerdem nehmen in diesem Jahr erstmals Tunesien, Surinam, Ruanda und die Palästinensergebiete an der "Earth Hour" teil.

In Deutschland sollen ebenfalls um 20.30 Uhr viele Lichter erlöschen. An der Aktion beteiligen sich laut WWF erneut zahlreiche Kommunen und öffentliche Einrichtungen. Am Brandenburger Tor in Berlin sollen die Lampen abgeschaltet werden, mit denen das Bauwerk angestrahlt wird. Anschließend soll dort durch Muskelkraft das Motto der Aktion "Ja zur Energiewende" erstrahlen, während der Song "City Lights" von Ashley Hicklin gespielt wird.

Bundesweit sind in zahlreichen weiteren deutschen Städten Aktionen geplant, darunter Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main und Hannover. Bis Samstagmittag hatten sich mehr als 8000 Bürger für die "Earth Hour" angemeldet.

nik/dpa/AFP



insgesamt 52 Beiträge
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Mimimat 23.03.2013
1. Toll!
Zum einen darf schwer bezweifelt werden, dass mit diesem wilden Aktionismus irgend etwas bewirkt werden kann, zum anderen "freuen" sich die Energiekonzerne sicher, wenn plötzlich Spannungsspitzen entstehen, weil auf einen Schlag jede Menge Verbraucher wegbrechen. Na zum glück sind 8000 Anmeldungen ja nicht die Welt.
Ontologix II 23.03.2013
2. Permanent abschalten
Auf diesen ganzen Lichtzauber und die Reklame verzichte ich gerne auf Dauer, wenn dafür die Umwelt geschont wird. Anscheinend haben wir zu viel Energie, die dann auf diese Weise vernichtet werden muss. Also bitte, diesen ganzen Unfug einfach nicht wieder einschalten.
Liberalitärer 23.03.2013
3. Gute PR
Zitat von sysopAFPUmweltschutz kann so schön sein: Für die Klimaaktion "Earth Hour" gehen in dieser Nacht in Tausenden Städten für eine Stunde die Lichter aus. Die temporäre Finsternis soll zum Stromsparen animieren. http://www.spiegel.de/panorama/weltweite-klimaaktion-earth-hour-startet-in-sydney-a-890569.html
Gab es früher, nannte man nicht Earth hour, sondern Verdunkelung. Hat Kim wieder Raketen scharf gemacht? In Watt gerechnet macht dieses Posting die Idee wohl wieder kaputt. Naja, also dann mal die LEDs abdunkeln und dann die Boxen auf 100 Watt. Dann macht das richtig Spaß. Dass der Blödsinn in Australien seinen Anfang nimmt, das verwundert schon. Sollten australische Kohle- und Uranminen jetzt auf dem Ökotrip sein oder ist das ein PR Gag.
Unterthan 23.03.2013
4. Ächerliche Kampagne
Wie wäre es mal mit Müllsparen? Wie wäre es mit der Produktion haltbarer Geräte? Dieses Stromsparen am Bürger dient lediglich der Rechtfertigung von Stromabzocke. Mit Ökologie hat das überhaupt nichts zu tun.
Zaunsfeld 23.03.2013
5.
Meinetwegen können die die ganzen beleuchteten Werbeanzeigen und den ganzen Schmonz, der überall draußen rumhängt, permanent komplett ausgeschaltet lassen. Da guckt doch schon tagsüber keiner hin, geschweige denn auch noch nachts, wenn alles schläft.
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