Wenn Briten reisen "Wo sind wir?"

Australien soll schön sein, sehr schön. Ein Traum, sozusagen. Davon wollten sich zwei Briten überzeugen und buchten eine Reise ins ferne Sydney. Doch down under kamen sie nie an.


Oper und Hafenbrücke: Sydneys berühmte Wahrzeichen
DPA

Oper und Hafenbrücke: Sydneys berühmte Wahrzeichen

London - Die beiden 19-jährigen Briten, Emma Nunn und Raoul Sebastian, hatten die Reise nach Sydney im Internet gebucht, dann setzten sie sich frohen Mutes ins Flugzeug nach Australien, berichtete der "Daily Express" am Montag. Der Flug verging wie im Fluge. Ein bisschen komisch war nur, dass sie umsteigen mussten. Im kanadischen Halifax. Seit wann fliegt man nach Australien über Kanada? Egal. Wird schon richtig sein.

Als die beiden Weltreisenden dann das Einreiseformular für Kanada ausfüllten, das die Stewardess vor der Landung verteilte, trugen sie als Aufenthaltszeit "zwei Stunden" ein. Länger könnte es ja wohl nicht dauern, bis der Anschlussflieger nach Australien abheben würde.

Erst als sie die kanadische Passkontrolle passiert hatten und ein zweimotoriges Flugzeug besteigen sollten, das gerade mal 25 Personen transportieren kann, keimten bei Nunn die ersten Zweifel: "Ich bin ja nicht der größte Flieger der Welt, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass wir damit nach Australien fliegen würden." Doch ohne nachzufragen nahm das Paar seine Plätze ein.

Gewissheit, dass nichts so war, wie sie es sich gewünscht hatten, stellte sich nach rund 45 Minuten ein: Der Pilot kündigte die baldige Landung in Sydney an. Als die Maschine auf dem Flugfeld des 26.000 Seelen zählenden Sydney an der kanadischen Ostküste ausrollte, fasste sich Sebastian ein Herz und fragte: "Wo sind wir?" Strahlend antwortete die Stewardess: "Willkommen in Sydney, Nova Scotia." Die beiden baten daraufhin um eine Landkarte.

Einmal am Ziel angekommen, wollen die Studenten nun ihren Urlaub genießen, auch wenn das Quartier neben einem Stahlwerk liegt: "Wir sind enttäuscht, aber jetzt haben wir beschlossen, das Beste draus zu machen," wird Nunn in dem Blatt zitiert.



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