"Wer wird Millionär" Auftritt bei Jauch kostet Bundestagsfahrer den Job

Er träumte von der Million, scheiterte früh und verlor seine Anstellung als Chauffeur für den Bundestag: Laut "Bild"-Zeitung wurde "Wer wird Millionär"-Kandidat Konrad Göckel entlassen, weil er mit Moderator Jauch zu freimütig über die "arroganten" Politiker geplaudert hatte.


Berlin - Bundestags-Chauffeur Göckel, 56, sei Anfang dieser Woche von seinem Arbeitgeber, der RocVin GmbH, gekündigt worden, berichtete die "Bild"-Zeitung. Er habe in der RTL-Show "Wer wird Millionär", die fragliche Folge wurde am vergangenen Freitag ausgestrahlt, zu offen über seine Kunden gesprochen.

Moderator Jauch: "Ich habe kein Verständnis."
DPA

Moderator Jauch: "Ich habe kein Verständnis."

Der Showmaster habe seinen Kandidaten gefragt, welche Abgeordneten freundlicher seien, "die Höhergestellten oder die Hinterbänkler", schreibt das Blatt. Göckel darauf: "Wollen Sie eine ehrliche Antwort? Je höher, desto arroganter."

Auf diese Frage des Moderators habe Göckel nicht antworten dürfen, sagte Manfred Reuter, Geschäftsführer der RocVin GmbH, die laut Bericht Bundestags-Abgeordnete chauffiert, dem Blatt: "Er hat als Fahrer in seinem Anstellungsvertrag in diesem Bereich eine absolute Verschwiegenheitspflicht." Für eine weitere Stellungnahme war Reuter bislang nicht zu erreichen.

Reuter sprach der Zeitung gegenüber zunächst von einer "internen Angelegenheit", wurde dann jedoch mit den Worten zitiert: "Göckel hat sich als Fahrer des Deutschen Bundestags ausgegeben - das ist eine Falschaussage. Er ist bei uns angestellt und wir sind Vertragspartner des Bundestags. Allein das könnte Grund für eine fristlose Entlassung sein."

Dem Zeitungsbericht zufolge war es jedoch Jauch, der Göckel mit den Worten vorstellte: "Sie sind Chauffeur bei der Fahrbereitschaft des Deutschen Bundestags."

Dementsprechend zerknirscht gab sich der Moderator hinterher: "Ich habe kein Verständnis dafür, dass Herr Göckel wegen dieser Aussagen seinen Job verlieren soll", empörte sich Jauch in der "Bild"-Zeitung. "Ich finde, es muss in unserem Land möglich sein, normal über seine Arbeit zu sprechen, ohne sich dabei um Kopf und Kragen zu reden. Was Herr Göckel erzählt hat, war zudem völlig banal."

Göckel hat laut Bericht einen Auflösungsvertrag von seinem Arbeitsgeber erhalten. Bei "Wer wird Millionär" war er an der 16.000-Euro-Frage gescheitert und hatte 8000 Euro gewonnen.

jdl



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