"Wer wird Millionär?" Mauschelei bei Günther Jauch?

Mit 500.000 Euro hat eine Kandidatin am Samstagabend die Quizhow "Wer wird Millionär?" verlassen. Es gibt Vorwürfe, bei dem Spiel sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Ein Zuschauer soll der Kandidatin durch Husten den entscheidenden Tip gegeben haben. Der Fernsehsender RTL wehrt sich gegen den Mogelverdacht.


Kandidatin Greinwald: 500.000 Euro durch Husten?
obs

Kandidatin Greinwald: 500.000 Euro durch Husten?

Köln - "Welcher Dichter arbeitete als Privatsekretär des Bildhauers Auguste Rodin?" fragte Günther Jauch am Samstagabend in seiner Quizshow die Kandidatin Alexandra Greinwald. War es Balzac, Rilke, Proust oder Kafka? Die 39-jährige Gesangslehrerin zögerte und wusste die richtige Antwort auf die 500.000- Euro-Frage zunächst nicht. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll ein Saal-Zuschauer dann zweimal gehustet haben und sie so auf die richtige Antwort - "b: Rilke" - hingewiesen haben.

Der Fersehsender RTL wies den Schummelverdacht jedoch zurück. "Wir haben die Sendung genau geprüft", erklärte RTL-Unterhaltungschef Matthias Alberti. Es stimme zwar, dass in der Sendung am Samstag viel gehustet wurde. "Einen Zusammenhang zwischen den Hustern und den Antworten der Kandidatin gibt es nicht", so Alberti weiter. In Deutschland sei die "Erkältungszeit" ausgebrochen - da werde eben auch in Fernsehstudios kräftig gehustet.

Grundsätzlich sei es nahezu unmöglich, bei "Wer wird Millionär?" zu mogeln. "Es gibt einige Redakteure, die während der gesamten Sendung überprüfen, dass aus dem Publikum keine Hilfe kommt", erklärte der Unterhaltungschef des Fernsehsenders.

Zudem sei es nahezu ausgeschlossen, einen "Komplizen" in das Publikum zu schmuggeln: "Die Zuschauerkarten sind bereits für Monate im Voraus ausverkauft. Die Kandidaten hingegen stehen erst sehr kurzfristig fest", sagte Alberti. "Das bedeutet also", erläutert Quizmaster Jauch, "ein Zuschauer in der Sendung müsste schon ein paar Monate vorher wissen, welcher Kandidat bei unserer Hotline durchkommt und dann in unserer Sendung sitzt - und das ist unmöglich."

Damit es künftig nicht mehr zu ungewollten Hustenanfällen kommt, will der Fernsehsender zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen greifen: "In Zukunft sehen wir uns allerdings gezwungen, Dauerhuster aus dem Publikum zu bitten", so Alberti.

Auch in England geriet die Show schon einmal unter Schummelverdacht: Ein Kandidat soll mit Husten-Hilfe kräftig abkassiert haben. Den Gewinn musste er wieder zurückgeben.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.