»Wird nicht wieder vorkommen« Kreis in NRW betreibt seit Monaten Blitzeranhänger mit abgelaufenem TÜV

Der Kreis Wesel wollte Raser zur Rechenschaft ziehen, ging aber selbst mit schlechtem Vorbild voran: Bei einem Blitzeranhänger war die Hauptuntersuchung fällig. Zahlen müssen die Temposünder aber dennoch.
Polizeikelle (Symbolbild)

Polizeikelle (Symbolbild)

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Der Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen hat zu schnelle Autofahrer von einem Anhänger mit abgelaufener TÜV-Plakette geblitzt. Über den Fauxpas der lokalen Verwaltung hatten unter anderem die »Bild«  sowie lokale Zeitungen berichtet.

Eine Sprecherin räumte den Vorfall gegenüber der Nachrichtenagentur dpa ein. Da der Anhänger mit der Radarfalle über 750 Kilogramm wiege, hätte die erste Hauptuntersuchung bereits nach zwei Jahren stattfinden müssen. »Das ist uns leider durchgegangen«, so die Sprecherin.

Ein Passant hatte den Fauxpas entdeckt und mit einem handgeschriebenen Zettel, den er auf den Blitzer klebte, darauf hingewiesen: »Kreis Wesel – Ihr habt seit Mai keinen TÜV mehr.« Bei Anhängern mit einem Gesamtgewicht von mehr als 750 Kilogramm ist die erste Untersuchung nach zwei Jahren fällig, bei leichteren Hängern erst nach drei Jahren.

Laut der »Neuen Ruhr Zeitung«  soll die Prüfung des Anhängers in der kommenden Woche nachgeholt werden. Der Kreis bedankte sich auf Facebook für die »vielen, vielen, vielen, vielen, vielen, vielen viiiiiiielen Hinweise« und versprach: »Wird nicht wieder vorkommen«. Möglich wurde der Fehler laut der Zeitung durch Personalmangel im zuständigen Verwaltungsbereich.

Blitzgerät laut Kreis korrekt geeicht

Die Strafen für die Geblitzten seien dennoch gültig: »Der abgelaufene TÜV am Anhänger hat überhaupt nichts mit dem Blitzgerät zu tun«, so die Kreissprecherin Anja Schulte. Dieses werde separat geeicht und gewartet. Die Eichung sei gültig.

fek/dpa
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