Niedersachsen Jetzt sogar 42,6 Grad - deutscher Hitzerekord im Emsland

Der Deutsche Wetterdienst hat im niedersächsischen Lingen mehr als 42 Grad gemessen. Noch ist der Rekord nicht offiziell bestätigt, doch es wäre der höchste Wert seit Aufzeichnung der Temperaturdaten in Deutschland.

Hitze in Lingen: Max und sein Vater Martin spielen zusammen im Schwimmbad, im Hintergrund ist die Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu erkennen
Martin Remmers/DPA

Hitze in Lingen: Max und sein Vater Martin spielen zusammen im Schwimmbad, im Hintergrund ist die Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu erkennen


Erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland ist die 42-Grad-Marke durchbrochen worden. Lingen im Emsland war am Donnerstag mit 42,6 Grad Celsius nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der heißeste Ort in Deutschland. Zunächst waren 41,5 Grad gemessen worden.

Damit dürften gleich mehrere frische Temperaturrekorde hinfällig sein. Noch um 14.20 Uhr waren in Bonn-Roleber 40,6 Grad gemessen worden. Dort waren zwei Stunden zuvor, wie bereits am Mittwoch in Geilenkirchen, 40,5 Grad verzeichnet worden.

Gegen 17 Uhr wurde der historische Hitzewert in Lingen erreicht. "Wir müssen noch prüfen, ob dieser Wert Bestand hat", sagte ein DWD-Sprecher.

"In der Liste der zehn heißesten Orte Deutschlands sind gleich vier mit mehr als 41 Grad", so der DWD-Sprecher. Abgesehen von Lingen seien die übrigen hot spots nach den vorläufigen Messwerten in Nordrhein-Westfalen: In Duisburg-Baerl und Tönisvorst wurden am Donnerstag jeweils 41,2 Grad gemessen, in Köln-Stammheim 41,1 Grad.

Zuvor hatte das unterfränkische Kitzingen vier Jahre lang seinen Ruf als heißester Ort Deutschlands behauptet. Dort waren im Sommer 2015 gleich zweimal 40,3 Grad gemessen worden.

Der DWD rechnet für Freitag noch einmal mit Extremhitze - auch wenn der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle dann wohl überschritten ist. Im Westen könnte es nach DWD-Angaben noch einmal knapp 40 Grad heiß werden, sonst liegen die Höchstwerte zwischen 32 und 38 Grad - also keine echte Abkühlung. Im Osten Deutschlands dürfte das Thermometer nicht über 35 Grad hinaus steigen, im Nordosten und an den Küsten liegen die Höchsttemperaturen vermutlich bei 29 Grad.

Am Wochenende sollen die Temperaturen dann einen deutlichen Satz nach unten machen - dann ist es am Samstag laut Prognose "nur" 27 bis 34 Grad warm. Zudem steigt das Gewitterrisiko am Freitag und während des Wochenendes. Vor allem in der Südhälfte Deutschlands und im Westen sind auch örtlich Unwetter möglich.

Ermittelt werden die Temperaturen beim DWD einerseits mithilfe des hauptamtlichen Messnetzes mit rund 180 Wetterstationen. Dazu kommen mehr als 800 Stationen im nebenamtlichen Netz, sodass es insgesamt rund tausend offizielle Stationen gibt. Für die Erfassung der Temperaturen sind laut DWD aber lediglich rund 500 Stationen relevant, die möglichst flächendeckend übers Land verteilt sind. Außerdem gibt es Messwerte von Partnernetzen, die beispielsweise an Flughäfen betrieben werden, etwa von der Nato oder der Bundeswehr. Laut DWD fallen 42 Stationen in diese Kategorie.

wit/dpa



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