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09. August 2018, 04:02 Uhr

Wetter in Deutschland

Jetzt kommen Gewitter

Nach der Hitze der vergangenen Tage ziehen nun von Süden und Westen her Unwetter über Deutschland hinweg. Nur im Osten bleibt es noch weitgehend sonnig und heiß.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Donnerstag in vielen Orten Deutschlands mit kräftigen Gewittern und Starkregen. Von Süden und Westen her ziehen die Unwetter demnach mit teils starkem Wind über Deutschland hinweg. Der Osten bleibt dabei noch weitgehend sonnig mit Höchsttemperaturen von bis zu 34 Grad. Erst in der Nacht zum Freitag dürften sich die Gewitter dann auch in den Norden, Osten und Südosten des Landes verlagern, meldeten die Meteorologen.

Am Mittwoch wurde in Langenlipsdorf, etwa 70 Kilometer südlich von Berlin, die Tageshöchsttemperatur gemessen: es wurde dort 38,4 Grad heiß. In Berlin-Tempelhof und in Berlin-Schönefeld wurden 38,0 Grad erreicht, in Potsdam waren es 37,8 Grad. Die Hauptstadt hat der Freien Universität Berlin zufolge damit am Mittwoch ihren heißesten Tag des Jahres erlebt. Bundesweit war es allerdings am 31. Juli in Bernburg (Sachsen-Anhalt) mit 39,5 Grad am wärmsten.

In der Nacht zum Donnerstag zogen dann vor allem im Südosten erste Gewitter auf. Auch in anderen Teilen Deutschlands regnete es vereinzelt. Größere Überflutungen oder Unwetterschäden wurden jedoch nicht gemeldet. Am frühen Donnerstagmorgen sanken die Temperaturen im Nordosten auf 21 Grad, im Emsland auf 13 Grad.

Am Freitag kühlt sich die Luft an der Nordsee auf 20 Grad ab, und auch ansonsten wird es nicht wärmer als 27 Grad. Nachts sollen die Temperaturen auf 8 bis 15 Grad sinken. Das Wochenende wird dann laut DWD im Süden sonnig und im Norden regnerisch. Am Samstag ziehen Schauer und Gewitter vor allem über den Norden und Nordwesten hinweg, hier wird es bis zu 25 Grad, ansonsten bis 27 Grad warm. Am Sonntag sind vereinzelt wieder mehr als 30 Grad möglich.

Eine ähnlich langanhaltende Hitzewelle wie zuletzt erwartet der DWD in diesem Jahr nicht mehr. Zwar werde es punktuell noch über 30 Grad heiß werden, sagte DWD-Meteorologe Jens Winninghoff: "Ich gehe aber nicht mehr von Werten über 35 Grad aus."

In der Nacht zu Mittwoch hatte es bereits in Hessen heftig geregnet, die Feuerwehr rückte zu Hunderten Einsätzen aus. Vor allem Kirchhain bei Marburg war betroffen: Keller liefen voll, Dächer wurden abgedeckt, die Wassermassen überfluteten auch Straßenzüge. Der Unterricht in zwei Schulen fiel aufgrund von Gebäudeschäden aus.

"Wenn der Regen nur sturzartig runterkommt, läuft er an der Oberfläche weg. Man wird mit Überschwemmungen rechnen müssen", warnte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Hartmut Ziebs, bereits am Mittwoch. Besonders kleinere Flüsse drohen bei heftigen Regenfällen über die Ufer zu treten - so wie es im Sommer 2017 in Südniedersachsen geschehen ist. Der für Donnerstag angekündigte Starkregen mit Sturm und Hagel könnte die Probleme der Bauern und Tiere verschärfen, warnte die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen.

Video: Warum das Wetter immer unberechenbarer wird

Angesichts der "Klimakrise" hat der Bund für Umwelt und Naturschutz die Kanzlerin zum sofortigen Handeln aufgefordert. Angela Merkel müsse ihren Sommerurlaub beenden, sagte BUND-Chef Hubert Weiger am Mittwoch in Nürnberg. In einem "Klima-Nothilfeplan" fordert der BUND unter anderem die Abschaltung klimaschädlicher Kohlekraftwerke, ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen, eine Verteuerung von Flugtickets und einen ökologischen Landbau.

aar/dpa

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