Sonne und Kälte Der Winter zeigt sich von seiner schönsten Seite

Hoch »Helida« sorgt für Winterwetter wie aus dem Bilderbuch: sonnig, frostig und windstill. Doch schon bald dürfte die Kältewelle in Deutschland enden.
Kinder beim Schlittenfahren in Leipzig

Kinder beim Schlittenfahren in Leipzig

Foto:

Jan Woitas / dpa

Am Ende der Kältewelle präsentiert sich der Winter in vielen Teilen Deutschlands von seiner angenehmen Seite: frostig, aber schön. Hoch »Helida« hat das turbulente Wetter der vergangenen Tage mit heftigen Stürmen weitgehend beendet, viele Menschen können den Spaziergang draußen am Wochenende genießen. »Bevor es der Kaltluft in der kommenden Woche zunehmend an den Kragen geht, steht uns noch mal ein kaltes, aber verbreitet traumhaft sonniges Winterwochenende bevor«, sagte Meteorologe Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Der schlimmste Frost ist in Deutschland demnach erst mal vorbei: »Die Talsohle der außergewöhnlichen Kältewelle in Deutschland scheint durchschritten zu sein«, so Leyser. »Helida« sorge für reichlich Sonnenschein und blauen Himmel – jedenfalls dort, wo sich örtliche Nebelfelder auflösen. Auch der schneidende, in Böen starke bis stürmische Ostwind im Südwesten lässt nach DWD-Angaben langsam nach. Behinderungen durch Schneeverwehungen werden so weniger wahrscheinlich.

Eiszapfen an einer Brücke an der Flensburger Förde

Eiszapfen an einer Brücke an der Flensburger Förde

Foto: Frank Molter / dpa

Derweil hat sich während Shutdown und Winterwetter ein neuer Trend etabliert: das Eisbaden. Ob an Nord- und Ostsee, am Starnberger See oder an der Isar in München – vielerorts sieht man auf einmal Menschen im kalten Wasser. Mancherorts verzeichnen auch die Vereine der Kaltwasser-Freunde deutlichen Zulauf.

Allerdings ist beim Bad in vereisten Gewässern Vorsicht geboten. Das zeigte sich dieser Tage in Berlin. Dort starb ein Mann beim Schwimmen in einem Teich. »Das Baden im Eis ist lebensgefährlich«, warnte die Feuerwehr.

Aber auch harmlosere Aktivitäten beschäftigen derzeit die Notaufnahmen: »Durch das Winterwetter stürzen Menschen jeden Alters und werden mit Verletzungen aller Art in Krankenhäuser eingeliefert«, sagte Unfallchirurg Felix Walcher von der Uniklinik Magdeburg. Bei Schnee und Eis komme es jedes Jahr gehäuft zu Unfällen, mit denen die Kliniken jedoch rechnen würden.

Eine harte Zeit bedeutet der strenge Frost jedoch für viele Obdachlose. In Berlin wurde die Zahl der Kältehilfeplätze für sie weiter erhöht. Aktuell stehen laut Senatsverwaltung für Soziales mehr als 1500 Plätze zur Verfügung, den Angaben zufolge so viele wie noch nie. Falls nötig, sei es möglich, auch noch weitere Einrichtungen in Betrieb zu nehmen, sagte ein Sprecher: »Wir beobachten die Lage.«

»Blume des Lebens«: Kunstwerk des Künstlers Michael Uy in Jacobsdorf (Brandenburg)

»Blume des Lebens«: Kunstwerk des Künstlers Michael Uy in Jacobsdorf (Brandenburg)

Foto: Patrick Pleul / dpa

Auch in den kommenden Tagen bleibt es vielerorts erst einmal noch frostig. Ausnahmen sind Gebiete entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse, wo noch am ehesten Temperaturen über dem Gefrierpunkt zu erwarten sind. Sonst liegen die Höchstwerte am Sonntag zwischen minus fünf und null Grad.

Von Montag an sorgen Tiefausläufer dann allerdings zwar für unbeständiges Wetter, aber auch für deutlich mildere Atlantikluft. Möglich sei laut DWD »eine Unwetterlage mit erheblichen Einschränkungen im Straßen- und Schienenverkehr«. Die Höchstwerte liegen dann bis zur Wochenmitte zwischen minus vier und plus vier Grad, im Westen und Südwesten können sogar Höchsttemperaturen von acht Grad erreicht werden.

fdi/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.