Unwetter Heftige Gewitter - "Melt!"-Festival kurzzeitig evakuiert

Mehrere Bundesländer waren am Nachmittag und Abend von heftigen Unwetter betroffen. In Düsseldorf wurde das Gelände der Rheinkirmes zwischenzeitlich geräumt. Auch ein Festival wurde unterbrochen.

Düsseldorf: Dunkle Gewitterwolken hängen über der geräumten Rheinkirmes
David Young/DPA

Düsseldorf: Dunkle Gewitterwolken hängen über der geräumten Rheinkirmes


Heftige Gewitter sind am Nachmittag und Abend über mehrere Bundesländer hinweggezogen. In Sachsen-Anhalt ist das "Melt!"-Festival mit rund 25.000 Besuchern am Samstagabend wegen einer Unwetterwarnung für mehrere Stunden unterbrochen worden. Das Gelände wurde evakuiert, die Gäste gebeten, Autos oder Shuttlebusse aufzusuchen. Das Festival findet auf einer Halbinsel eines gefluteten Tagebaulochs statt und wurde am späten Abend wieder geöffnet. "Es war kurzzeitig sehr windig und es hat stark geregnet", sagte Festivalsprecher Tommy Nick.

Auch über Nordrhein-Westfalen wüteten Unwetter. In Düsseldorf musste die Rheinkirmes für einige Zeit den Betrieb einstellen. Die Festwiese wurde gegen 15.30 Uhr geräumt. Bis zum frühen Abend hatten Achterbahnen und andere Attraktionen den Betrieb nicht wieder aufgenommen. "Die Sicherheit geht vor", sagte ein Kirmes-Sprecher. Gegen 19 Uhr wurde die Kirmes wieder eröffnet.

Mehr Glück hatten Zehntausende Besucher des Musik-Events "Parookaville" in Weeze am Niederrhein. Zwar regnete es auch hier zeitweise heftig. Doch konnten die Konzerte auf den zehn Bühnen bis zum späten Nachmittag ohne Unterbrechung stattfinden, wie Festival-Sprecher Philip Christmann mitteilte. Für den weiteren Verlauf des dreitägigen Festivals rechnen die Meteorologen demnach nicht mit Problemen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Nordrhein-Westfalens eine Unwetterwarnung herausgegeben. In Mönchengladbach wurden Straßen überflutet, Dächer beschädigt oder abgedeckt, Bäume umgestürzt oder Astwerk abgerissen, wie die Stadt am Abend mitteilte. Ein Baum drohte in ein Mehrfamilienhaus zu stürzen, er wurde mit einem Feuerwehrkran gesichert. Einige Straßen seien wegen Wasseransammlungen nicht befahrbar.

Überflutete Straßen in Mönchengladbach: "Bitte beachten Sie unbedingt die Sperrungen durch die Einsatzkräfte", hieß es.
Theo Titz/DPA

Überflutete Straßen in Mönchengladbach: "Bitte beachten Sie unbedingt die Sperrungen durch die Einsatzkräfte", hieß es.

Im Westen Niedersachsens lösten Blitzeinschläge zwei Brände aus. Erst wurde während kräftiger Gewitter ein Gebäudebrand im Landkreis Osnabrück gemeldet, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Dort war ein Blitz in einem Schuppen in Glandorf im Ortsteil Schwege eingeschlagen. Verletzte gab es nicht, es entstand nur geringer Sachschaden.

In der Grafschaft Bentheim schlug wenig später ein Blitz in einem Gebäude in der Gemeinde Gölenkamp ein und setzte es in Brand. Betroffen war laut Polizei ein bäuerliches Anwesen, die Löscharbeiten dauerten am frühen Abend an. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht.

Niedersachsen: Eine Unwetterfront zieht über ein Feld in der Region Hannover hinweg
Julian StratenschulteDPA

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"Es gab recht verbreitet kräftige Gewitter im Norden Deutschlands", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg. "Betroffen war zunächst der Nordwesten, auch Niedersachsen. Dort gab es Starkregen, teilweise Hagel und auch Sturmböen."

Bis 17 Uhr rückte die Feuerwehr in Hamburg zu 19 wetterbedingten Einsätzen aus, wie ein Sprecher sagte. Meist mussten Bäume und Äste von Straßen geräumt werden. Im Bereich Schnelsen sei eine Straße kurzzeitig wegen Überflutung gesperrt worden. In einem Haus schlug der Blitz ein, es entstand dem Sprecher zufolge aber kein Feuer.

An der A1 bei Ahrensburg wirbelten Sturmböen Sand auf, der die Sicht beeinträchtigte, wie ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei in Kiel sagte.

wit/kko/dpa



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