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"Burglind" und die Folgen: Hochwasser im Süden

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Sturmtief "Burglind" Schäden durch Hochwasser und Erdrutsche in Süddeutschland

Im Schwarzwald mussten Dutzende Menschen ihre Häuser verlassen, die Sachschäden belaufen sich schon auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Starke Regenfälle und Tauwetter halten im Süden Deutschlands die Rettungskräfte in Atem. In der Stadt St. Blasien im Schwarzwald gab es in der Nacht Überschwemmungen und Erdrutsche, wie die Polizei in Freiburg mitteilte. Die Anwohner von zwei Straßen in St. Blasien und dem Ortsteil Menzenschwand seien in Sicherheit gebracht werden, weil Bäche und Flüsse anschwollen.

Der Pegel des Flüsschens Alb nähert sich demzufolge einem Rekordstand. Auch in den Gemeinden Furtwangen, Donaueschingen, St. Georgen, Vöhrenbach, Triberg und Rietheim mussten Straßen wegen Überflutungen gesperrt sowie Keller leergepumpt werden, wie die Polizei in Tuttlingen mitteilte.

Rettungskräfte seien mit einem großen Aufgebot im Einsatz, hieß es, mehrere Häuser seien durch Erdrutsche bedroht. Am Abend hatte die Polizei gewarnt: "Es besteht die Gefahr einer Katastrophe." Diese Befürchtung sei im Laufe der Nacht relativiert worden, sagte ein Sprecher. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.

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"Burglind" und die Folgen: Hochwasser im Süden

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Der Deutsche Wetterdienst hatte im Schwarzwald und im Allgäu bis Freitagmorgen stellenweise 70 bis 120 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Auf der Mosel wurde der Schiffsverkehr eingestellt, auf Teilen des Neckars ebenfalls. In den kommenden Tagen könnte auch die Schifffahrtauf dem Rhein betroffen sein. Im südlichen Oberallgäu traten Bäche über die Ufer, im Kreis Lindau liefen Keller und Garagen voll.

In Trier ist der Wasserstand der Mosel inzwischen über die kritische Acht-Meter-Marke gestiegen. Das seien fünf Meter über normal, sagte Holger Kugel vom Hochwassermeldezentrum Mosel in Trier. In Kürze werde das Wasser bei 8,50 Meter stehen und über den Tag weiter leicht ansteigen. Mehrere Gemeinden entlang der Mosel würden vom Hochwasser betroffen sein.

Beim Hochwassermeldezentrum in Trier gehen derzeit zahlreiche Anrufe von Bürgern ein. "Die Anrufe kommen von der gesamten Mosel", sagte Kugel. Die Menschen wollten wissen, ob sie räumen sollten oder nicht. "Oft hängt das von 20 bis 30 Zentimetern ab. Ich sage immer: Räumt lieber!"

Insgesamt hat Sturm "Burglind" nach ersten Schätzungen dreistellige Millionenschäden hinterlassen. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) geht bundesweit von Schäden in Höhe von deutlich unter einer halben Milliarde Euro aus. Damit wäre "Burglind" zwar ein schwerer, aber kein Rekordsturm gewesen. Die schwersten Schäden in den vergangenen 20 Jahren hatte 2007 der Wintersturm "Kyrill" angerichtet, er hatte versicherte Sachschäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro hinterlassen.

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Laut Wettervorhersage bleibt die Lage in den nächsten Tagen angespannt. In Köln könnte der Rhein laut dem Hochwassermeldezentrum Rhein am Samstag einen Wasserstand von fast 8,20 Meter erreichen. In der Stadt sind bereits seit Mitte der Woche ufernahe Straßen überschwemmt. Im gefährdeten rechtsrheinischen Stadtteil Zündorf sollen nun mobile Schutzwände hochgezogen werden.

Am Rhein in Karlsruhe wird wegen des Dauerregens voraussichtlich am Mittag die Hochwassermarke II überschritten, ab der Schiffe nicht weiterfahren dürfen, wie das Hochwassermeldezentrum in Mainz mitteilte. Am Zusammenfluss von Mosel und Rhein in Koblenz wurden bereits eine Uferstraße und Parkplätze gesperrt.

Auf der Donau rechnet der Warndienst erst zum Wochenende mit Hochwasser. In Regensburg haben Mitarbeiter des Bauhofs damit begonnen, mobile Schutzwände zu errichten, um eine Überflutung der historischen Altstadt zu verhindern.

mxw/dpa/AFP