Vorläufige Auswertung April war wohl der sonnigste seit Messbeginn 1881

So viel Sonne hat der Deutsche Wetterdienst in einem April noch nie gemessen. Der Monat wird wohl einer der trockensten seit Messbeginn. Doch worüber sich manche Menschen freuen, kann für die Natur schwere Folgen haben.
Tulpen am Bodensee: Der wohl sonnigste April seit Aufzeichnungsbeginn

Tulpen am Bodensee: Der wohl sonnigste April seit Aufzeichnungsbeginn

Foto: Felix Kästle/ dpa

"Der April macht, was er will", lautet eine Bauernweisheit. Doch entgegen seines Rufes war das Wetter in diesem April wenig wechselhaft: Der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes  (DWD) zufolge war es wohl der sonnigste April seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1881, zugleich aber auch der dritttrockenste und siebtwärmste. Das sagte ein Sprecher nach der vorläufigen Auswertung der rund 2000 Messstationen.

Die Klimastatistik zeigt dem DWD zufolge, dass Deutschland nun bereits den zwölften zu trockenen April in Folge erlebt. Mit knapp 17 Litern Niederschlag pro Quadratmeter erreichte der April 2020 bislang nicht einmal ein Drittel seines Solls von 58 Litern pro Quadratmeter. Trockener waren nur der April 1893 mit 3,7 Litern Niederschlag pro Quadratmeter und der April 2007 mit vier Litern pro Quadratmeter.

Dabei gab es regional an zahlreichen Stationen vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands vom 1. bis zum 27. April gar keinen messbaren Niederschlag. Meiningen in Thüringen meldete sogar seit dem 13. März nur 0,4 Liter pro Quadratmeter. Am Donnerstag soll es allerdings vielerorts kräftig regnen. 

Waldbrandgefahr teilweise auf höchster Stufe

Die Böden, die sich im nassen Februar meist gut mit Feuchtigkeit gefüllt hatten, trockneten in den oberen Bodenschichten wieder aus, wodurch die Waldbrandgefahr gebietsweise auf die höchste Stufe stieg. An einigen Orten brachen auch erste Feuer aus. Dazu trugen die Wetterverhältnisse mit Sonnenschein, sehr trockener Luft und frischem bis starkem Wind noch bei: Etwa sechs Liter Wasser pro Quadratmeter verdunsteten laut DWD täglich.

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Für Landwirte, Förster und Gärtner war der sonnige und trockene April daher kein Anlass zur Freude: "An manchen Standorten - beispielsweise mit leichten Böden oder schweren tonigen Böden - haben wir jetzt schon irreparable Schäden, dort wird es zu Ernteeinbußen kommen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. "Wir hoffen natürlich auf Regen im Mai, damit sich die Pflanzen besser entwickeln können."

Am meisten Sonne gab es nördlich von München

Im April gab es außerdem reichlich Sonnenstunden: Mit rund 294 Stunden kam der Monat auf rund 190 Prozent des Solls von 154 Stunden. Das war etwas mehr als im bisherigen Rekordapril 2007 mit 289 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne nördlich von München mit rund 325 Stunden. Dort summierten sich die Sonnenstunden seit dem 13. März sogar auf etwa 500.

Bei den Temperaturen gab es nach DWD-Angaben große Unterschiede zwischen Nord und Süd sowie Tag und Nacht: Mit 10,5 Grad lag die durchschnittliche Temperatur in Deutschland im April 2020 um 3,1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,2 Grad.

Während am 17. April in Wangerland-Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven nur 9,2 Grad gemessen wurden, stieg die Temperatur in Waghäusel-Kirrlach, nördlich von Karlsruhe, auf 26,5 Grad und damit den bundesweit höchsten Wert des Monats. Kältester Ort war zum Monatsbeginn Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit minus 12 Grad in der Nacht.

kko/dpa
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