Wetterumschwung in Deutschland "Der goldene Oktober geht zu Ende"

Kein Sonnenschein mehr, sondern Regen und Wind: Das Wetter in Deutschland schlägt in der nächsten Woche um, der erste Herbststurm naht.

Leipzig vor einer Woche: So schön war der Oktoberanfang
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Leipzig vor einer Woche: So schön war der Oktoberanfang


Für Tiere und Pflanzen, die unter der Dürre der vergangenen Wochen leiden, ist es eine gute Nachricht: Mit dem trockenen und sonnigen Herbstwetter ist es nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vorerst vorbei. Stattdessen steht Deutschland in der kommenden Woche der erste Herbststurm der Saison bevor.

"Der goldene Oktober geht zu Ende", sagte die DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn. Am Montag bleibt es demnach bei Temperaturen von 11 bis 16 Grad zwar noch längere Zeit sonnig und trocken. In der Nacht zum Dienstag regnet es dann aber schon vereinzelt, erst im Süden, dann im Norden. Die Temperaturen sinken auf sieben bis null Grad.

Ab Dienstag liegt Deutschland zwischen einem Tief über Südskandinavien und einem Hoch über dem Atlantik. Die Folge: starke und stürmische Böen im ganzen Land, orkanartige Böen an den Küsten und auf den Bergen. So gelangt auch feuchte Meeresluft ins Land und bringt Regen. Niederschläge gibt es fast im ganzen Land, vor allem an den Nordrändern der Gebirge. Nur der Südwesten bleibt meist trocken. Die Temperaturen liegen bei 11 bis 14 Grad.

Auch in der Nacht zum Mittwoch soll es bei starker Bewölkung und nur langsam abnehmendem Wind gebietsweise regnen. Mit Regen geht es auch fast überall in Deutschland am Mittwoch weiter. Nur im Nordosten bleibt es dann weitgehend trocken.

Ende einer wochenlangen Dürreperiode

Die Regenfälle beenden in vielen Regionen eine wochenlange Dürreperiode. Nach Einschätzung von Meteorologen könnte das Jahr 2018 zu den fünf trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen 1884 werden. Rund 70 Prozent der Fläche Deutschlands sei derzeit von extremer Trockenheit betroffen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag mit.

Die Folgen zeigten sich unter anderem am Rhein. Dessen Pegel fiel in Karlsruhe auf einen Tiefststand. Mit 3,14 Metern (Pegel Maxau) wurde nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg der Wert vom 22. September 2003 von 3,20 Metern unterschritten. Dieser markiert den niedrigsten Wert in der Periode von 1996 bis 2005. Ein noch niedrigerer Wasserstand war am 27. September 1972 mit 3,02 gemessen worden.

Auch die deutschen Bauern leiden unter dem trockenen Jahr. Sie fuhren die schlechteste Ernte seit Jahren ein. Im August hatte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) bis zu 170 Millionen Euro Dürrehilfen in Aussicht gestellt. Die andere Hälfte des Gesamtbetrags sollen die Länder tragen. Insgesamt sollen 340 Millionen Euro an Bauern verteilt werden - allerdings unter strengen Auflagen.

Hilfen gibt es demnach, wenn der Ernteertrag auf Acker und Grünland im Betriebsdurchschnitt um mehr als 30 Prozent geringer ist als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Es gibt auch nur dann Geld, wenn der Betrieb ohne Dürre nicht existenzgefährdet wäre.

Zudem sind weitere zahlreiche Kriterien zu erfüllen. "Wir befürchten, dass einige bürokratische Hürden viele betroffene Betriebe von der Hilfsmaßnahme ausschließen", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

irb/dpa



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