Wetterbilanz in Deutschland Der Juli war zu heiß, zu trocken und zu sonnig

Ein Temperatur-Höchstwert von 42,6 Grad und eine Trockenheit "katastrophalen Ausmaßes": Der Juli 2019 war in Deutschland deutlich zu heiß. Die Werte des Wetterdienstes sind besorgniserregend.

Ein vertrocknete Sonnenblume steht auf einem Feld in Dresden
DPA/Sebastian Kahnert

Ein vertrocknete Sonnenblume steht auf einem Feld in Dresden


Der Juli 2019 in Deutschland war ein historischer Monat: "Drei Tage in Folge 40 Grad, dabei 25 Mal Höchstwerte von 40 Grad und mehr - das geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein", sagte Andreas Friedrich, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), zur vorläufigen Monatsbilanz.

Der Temperatur-Höchstwert von 42,6 Grad im niedersächsischen Lingen lag mehr als zwei Grad über dem bisherigen Rekord. Die Durchschnittstemperatur des Monats betrug 18,6 Grad. Das lag 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 0,9 Grad.

Die Trockenheit erreichte dabei im Juli laut DWD "katastrophale Ausmaße". Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter fehlten dem Monat 31 Prozent zu seinem Soll. "In zahlreichen Orten, verteilt in ganz Deutschland, fiel lediglich ein Viertel oder gar Fünftel des Solls", sagte Friedrich.

"Für mich als Meteorologen schon beängstigend"

Etwa 235 Sonnenstunden hatte der Juli im Schnitt - das waren 13 Prozent über dem Soll. Am meisten zeigte sich die Sonne im Saarland mit örtlich mehr als 310 Stunden, am wenigsten an der Nordsee mit teils unter 170 Stunden.

Die Sommerhitze in Deutschland ist für Meteorologen ein Grund zur Besorgnis. Das Überschreiten der 40-Grad-Marke war bisher eine Seltenheit. Vor 2019 geschah das laut dem DWD überhaupt erst zehn Mal, seitdem systematisch Temperaturen erfasst werden. Am vergangenen Donnerstag aber haben die Meteorologen diesen Wert gleich an mehr als 20 Stationen registriert.

"Wir hatten an einem Tag das, was in Deutschland in 130 Jahren nicht passiert ist", sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Das ist so eindeutig, dass es für mich als Meteorologen schon beängstigend ist." Hinzu kommt: Seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen war es in Deutschland wohl noch nie so lange so heiß.

bam/dpa

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