SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

05. Juni 2019, 15:58 Uhr

Wetter in Deutschland

"Brandenburg ist der Hotspot Europas"

Noch ist es warm und sonnig, voraussichtlich sogar der bislang wärmste Tag des Sommers. Zum Abend hin drohen mancherorts jedoch Gewitter und Starkregen.

Sommer, Sonne und Gewitter: Für Teile Deutschlands werden die bislang höchsten Temperaturen des Jahres erwartet. Landesweit erreichen die Temperaturen laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraussichtlich 29 bis 36 Grad. Das übersteige noch einmal den Höchstwert vom vergangenen Sonntag, sagte ein DWD-Sprecher.

Den Tag über bleibe es heiter und sonnig, am Abend könne es dann örtlich zu erheblichen Niederschlägen kommen. Außer Gewittern drohen auch Hagel und Starkregen, die Abkühlung bringen sollen. Die Gewitter sollten der Vorhersage zufolge ab Mittwochnachmittag von Frankreich in den Westen und Südwesten Deutschlands ziehen. Auch Tornados schloss der DWD nicht aus.

In der Nacht zum Mittwoch verursachte im münsterländischen Bocholt ein schwerer Sturm erhebliche Schäden. Der DWD stufte das Unwetter als mittelstarken Tornado ein. Die Experten gehen davon aus, dass der senkrechte Wirbelwind Windgeschwindigkeiten zwischen 181 und 253 Stundenkilometer entwickelt habe, sagte der DWD-Tornadobeauftragte Andreas Friedrich.

"Brandenburg ist der Hotspot Europas"

Für Teile Baden-Württembergs sowie weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Thüringens und ganz Sachsen gab der DWD eine Hitzewarnung heraus. "Heute legen die Temperaturen im Vergleich zum Vortag nochmal zu", sagte Peter Zedler vom Deutschen Wetterdienst (DWD). In Brandenburg ist die Waldbrandgefahr wieder sehr hoch. In 13 von 14 Landkreisen galt am Mittwoch die höchste Gefahrenstufe 5, wie das Potsdamer Umweltministerium mitteilte.

"Brandenburg ist der Hotspot Europas", sagte Friedrich. Selbst in Andalusien oder der Türkei gebe es keine vergleichbaren Werte. Die Temperaturen sollten demnach auf bis zu 36 Grad steigen. Erst am Donnerstagmittag seien kräftige Schauer und Gewitter möglich.

Mit bis zu 34 Grad könnte es laut DWD auch in Hessen der bislang heißeste Tag des Jahres werden. Schwülwarme Subtropikluft bringt tagsüber viele Menschen auch an Rhein, Mosel und Saar ins Schwitzen. Allerdings werde es hier nicht ganz so warm wie an den Vortagen. Die Höchsttemperaturen steigen auf 26 Grad in der Eifel und 33 Grad in der Vorderpfalz. Zum Abend hin werden auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland dann kräftige Gewitter erwartet.

"Das Unwetterpotenzial steigt zum Abend hin an", sagte Meteorologe Robert Hausen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Demnach zieht eine Kaltfront von Südwesten auf und bringt neben Blitzen und Donner örtlich auch Hagel und Starkregen mit bis zu 30 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit. Sturmböen seien auch möglich. Mit dem Durchzug der Kaltfront gehen die Temperaturen zurück auf 16 bis 20 Grad. Nach dichter Bewölkung zeigt sich hier am Donnerstag dann immer öfter die Sonne, es bleibt meist trocken.

Am Donnerstag muss gegen Nachmittag östlich der Elbe mit kräftigen und teils unwetterartigen Gewittern gerechnet werden. Dadurch sinke die Waldbrandgefahr, für Allergiker werde der Aufenthalt im Freien erträglicher, sagt Hausen. Für das Pfingstwochenende ist dann voraussichtlich angenehmes Sommerwetter in Sicht: Sonne und Wolken wechseln sich bei etwa 25 Grad ab, es bleibt meist trocken.

bbr/dpa

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung