Überflutungen, Riesenhagel, Orkanböen So wüteten die Unwetter über Deutschland

Beschädigte Häuser im Süden, überschwemmte Straßen im Westen und Osten: Schwere Unwetter haben in der Nacht zu mitunter chaotischen Zuständen geführt - vor allem in zwei Bundesländern. Und das Wetter bleibt unstet.

Felix Hörhager/DPA

Gewitter mit starken Regen- und Hagelschauern sind in der Nacht vor allem über den Süden und Osten Deutschlands gezogen. In Bayern gab es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) dazu Orkanböen von bis zu 120 Stundenkilometern sowie Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern und besonders starke Blitze.

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In mehreren Orten im Großraum München seien durch den Hagel Autoscheiben und Dachfenster zu Bruch gegangen, sagten Sprecher von Polizei und Feuerwehr. Häuser stünden unter Wasser. Im Stadtgebiet von München wurden rund 550 Einsätze gezählt.

Laut Deutscher Bahn kam es zwischen Landshut und München durch Bäume auf den Gleisen zu Einschränkungen. Die Züge konnten jedoch Umleitungen fahren. Deswegen gab es auch im Fernverkehr bis in die frühen Morgenstunden keinen kompletten Ausfall. Zu leichten Verzögerungen kam es im Güterverkehr zwischen Berlin und Dresden.

Stark betroffen von den Unwettern war auch Sachsen. Im Süden des Bundeslandes fielen bis zu 50 Liter Regen pro Stunde, der DWD registrierte Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Im Erzgebirgskreis meldete die Polizei mehrere überflutete Straßen. Diese seien zwischenzeitlich nicht passierbar gewesen, hieß es von der zuständigen Polizeidirektion in Chemnitz.

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Unwetter in Deutschland: Hagel, Blitze, Sturm

Überflutete Straßen im Westen

Weniger schlimm war laut DWD die Lage in weiten Teilen Norddeutschlands. Im Kreis Oldenburg sowie in Bremen gab es allerdings größere Regenmengen. Auch in Nordrhein-Westfalen blieb die Situation vergleichsweise ruhig. In Mönchengladbach liefen allerdings Straßen über und Keller voll.

Gelöscht ist hingegen der große Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe Jüterbog in Brandenburg: Die sogenannte Großschadenslage wurde aufgehoben, wie der Landkreis Teltow-Fläming mitteilte. Seit Tagen hatten die Einsatzkräfte gegen die Flammen des Großbrandes gekämpft.

Auch am Dienstag kann es laut DWD zu Unwettern kommen, vor allem in einem Streifen vom östlichen Alpenrand bis zur Ostsee. Der große Temperaturunterschied bleibt: Die Temperaturen liegen im Südosten und Osten voraussichtlich zwischen 25 und 32 Grad, während es in der Mitte und im Norden Deutschlands mit 21 bis 25 Grad merklich kühler sein dürfte. Im Westen und Südwesten werden sogar nur 16 bis 20 Grad erwartet.

mxw/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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sargeantangua 11.06.2019
1. Sofern es nicht zu schwierig zu lesen ist
"Schwere Gewitter in Europa: Ähnlich wie in Nordamerika sind auch hier die normalisierten Schäden deutlich gestiegen. Studien zeigen, dass in Teilen Europas, darunter Südwestdeutschland, schwere Gewitter mit Hagel bereits zugenommen haben und auch hier die Zunahme der Feuchte in der unteren Troposphäre einer der Hauptgründe ist. Eine solche Änderung geht mit der zunehmenden Temperatur einher. Gepaart mit höherer Schadenanfälligkeit von Gebäuden durch empfindliche Wärmedämmungen, Solaranlagen oder aufwändige Metallfassaden ergeben sich steigende Schadenpotentiale. Das teuerste Schwergewitter seit 1980 ereignete sich im Juli 2013 in Deutschland, als insbesondere durch Hagel ein Gesamtschaden 4,1 Mrd. € zu heutigen Werten entstand. Davon waren 3,2 Mrd. € versichert." Und qweiter: "Dieser Trend passt zu Veränderungen bei meteorologischen Daten, insbesondere dem Anstieg der Feuchte als nach den Studien wichtigsten Einflussfaktor in der unteren Atmosphäre. Da der erhöhte Feuchtegehalt auf die zunehmenden Lufttemperaturen und die dadurch erwärmten Ozeanoberflächen zurückgeht, ist ein Beitrag des Klimawandels sehr naheliegend. Dies passt zu dem, was wissenschaftlich als Folge des Klimawandels erwartet wird." https://www.munichre.com/topics-online/de/climate-change-and-natural-disasters/climate-change/climate-change-heat-records-and-extreme-weather.html Das wird teuer, das mit dem Klimawandel. In einem anderen Arrtikel schreibt MunicRe, dass man jetzt hagelresistente Fassaden etc entwickeln muss, wird auch teuer für den den Häuslebesitzer ... Ja, genau auch für Sie!
silbenschleif 11.06.2019
2. Schwere Zeiten für Klimaleugner
Wer jetzt noch behauptet, das alles hätte nichts mit unserem Lebensstil zu tun, der wird sich noch wundern. Irgendwann trifft der Hagel jeden.
dw_63 11.06.2019
3. Klimaleugner
Zitat von silbenschleifWer jetzt noch behauptet, das alles hätte nichts mit unserem Lebensstil zu tun, der wird sich noch wundern. Irgendwann trifft der Hagel jeden.
Dass sich das Wetter mit seinen Extremen ändert, brauchen wir nicht diskutieren, auch dass der Klimawandel menschengemacht ist, auch nicht. Dabei war das, was da gestern passiert ist ein Furz gegen den 12. Juli 1984 in München mit tennisballgroßen Hagel, damals wurden 70.000 Gebäude beschädigt, 400 Münchner mussten ins Krankenhaus und drei starben. Die Natur ist aber nicht vom Menschen zu kontrollieren, ein Vulkanausbruch wie der Tambora am 10. April 1815, der Ausbruch des Kuwae im Jahre 1453, oder Ausbruch des Samalas 1257 haben weltweit über einen längeren Zeitraum das Wetter massiv beeinflusst, soll heißen, auch wenn die Menschheit es wie ein Wunder schafft, den CO2 Gehalt in der oberen Atmosphäre zu reduzieren, wir leben trotzdem in einer unberechenbaren Welt. Jeder von uns ist aufgefordert, sich für das Klima einzusetzen, aber als auf Konsum angewiesener Mensch in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, ist nicht nur der Einzelne, sondern auch die Gesellschaft gefordert, und da versagt Deutschland, wie es geht, machen uns andere Nationen wie die Niederlande vor. Solange es aber Menschen wie Trump gibt, das Kyoto-Protokoll nur den Wert des Papiers hat auf dem es steht, sind wir alle trotz eigener Bemühungen diesem Wandel ausgeliefert. Das bewegt sich außerhalb der eigenen Kontrolle und zeigt einem die eigene Ohnmacht, egal wie vorbildlich der eigene Lebenswandel auch sein mag. Daher ärgern mich Leute wie Sie. Nach so einem Ereignis kommt immer einer, der so wie Sie bildlich mit ausgestreckten Zeigefinger oberlehrerhaft auftritt.
Listkaefer 11.06.2019
4. Es war ein Unwetter, aber es gab ...
... nirgendwo *chaotische Verhältnisse*. Die Feuerwehren hatten alkes im Griff. Es gab Sachschäden, aber keine Katstrophen. Die meisten Medien erlagen trotzdem der Versuchung, die Vorkommnisse zu dramatisieren. Noch keine Fake News, aber erwartungsgemäß unseriös wie immer.
nn280 11.06.2019
5. Solarzellen auf EFH-Dächern
Zitat von sargeantangua"Schwere Gewitter in Europa: Ähnlich wie in Nordamerika sind auch hier die normalisierten Schäden deutlich gestiegen. Studien zeigen, dass in Teilen Europas, darunter Südwestdeutschland, schwere Gewitter mit Hagel bereits zugenommen haben und auch hier die Zunahme der Feuchte in der unteren Troposphäre einer der Hauptgründe ist. Eine solche Änderung geht mit der zunehmenden Temperatur einher. Gepaart mit höherer Schadenanfälligkeit von Gebäuden durch empfindliche Wärmedämmungen, Solaranlagen oder aufwändige Metallfassaden ergeben sich steigende Schadenpotentiale. Das teuerste Schwergewitter seit 1980 ereignete sich im Juli 2013 in Deutschland, als insbesondere durch Hagel ein Gesamtschaden 4,1 Mrd. € zu heutigen Werten entstand. Davon waren 3,2 Mrd. € versichert." Und qweiter: "Dieser Trend passt zu Veränderungen bei meteorologischen Daten, insbesondere dem Anstieg der Feuchte als nach den Studien wichtigsten Einflussfaktor in der unteren Atmosphäre. Da der erhöhte Feuchtegehalt auf die zunehmenden Lufttemperaturen und die dadurch erwärmten Ozeanoberflächen zurückgeht, ist ein Beitrag des Klimawandels sehr naheliegend. Dies passt zu dem, was wissenschaftlich als Folge des Klimawandels erwartet wird." https://www.munichre.com/topics-online/de/climate-change-and-natural-disasters/climate-change/climate-change-heat-records-and-extreme-weather.html Das wird teuer, das mit dem Klimawandel. In einem anderen Arrtikel schreibt MunicRe, dass man jetzt hagelresistente Fassaden etc entwickeln muss, wird auch teuer für den den Häuslebesitzer ... Ja, genau auch für Sie!
halte ich für den größten gegenwärtigen gesetzlichen Schwachsinn überhaupt. Aber, dank der grünen Weltverbesserer ist das für Bauherren, die mit Gas heizen wollen, zur Pflicht geworden. Erhaltet noch stehende Weltkriegsbunker, daraus können unwettersichere Wohnungen der Zukunft entstehen!
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