Hitzewelle Deutschland sucht Abkühlung

Nichts wie ins Wasser! Die Hitzewelle treibt die Menschen in Deutschland an Seen, Flüsse und Küsten. Doch es drohen Unwetter – und die Dürre erhöht die Gefahr von Waldbränden.
Schwimmer in der Northeimer Seenplatte

Schwimmer in der Northeimer Seenplatte

Foto: Swen Pförtner / dpa

Extreme Wärme, Gewitter und erhöhte Waldbrandgefahr: Deutschland erlebt die erste ordentliche Hitzewelle des Sommers. Vielerorts überschreiten die Temperaturen die 30-Grad-Marke – und die Menschen in Deutschland suchen dringend Abkühlung.

So machten sich etwa zum Start der Sommerferien in Schleswig-Holstein zahlreiche Urlauber auf den Weg in die Küstenorte und zu den nordfriesischen Inseln. Andere zog es auf der Suche nach ein bisschen Erfrischung an Seen und Flüsse.

Voller Ostseestrand in Scharbeutz (Schleswig-Holstein)

Voller Ostseestrand in Scharbeutz (Schleswig-Holstein)

Foto: Markus Scholz / dpa

Allerdings begeben sich Badende besonders an Flüssen und Seen häufig in Lebensgefahr. So kam es bereits am Freitag wieder zu mehreren Todesfällen an Badestellen, etwa im Ortenaukreis in Baden-Württemberg, in Heilbronn, in Bremen.

Eine eher unangenehme Form der Erfrischung könnte bereits am Samstag von oben kommen – in Form von Starkregen und Hagel. Allerdings verspricht das nur kurzzeitig Entlastung von der Hitze. Am Sonntag wird es tagsüber wieder schwülheiß bei Höchstwerten von über 35 Grad.

Ein Ehepaar genießt das heiße Wetter am Waginger See in Bayern

Ein Ehepaar genießt das heiße Wetter am Waginger See in Bayern

Foto: Sven Hoppe / dpa

Für die folgenden Tage ist ein wenig Abkühlung in Sicht. »Zu Beginn der kommenden Woche überquert uns die Kaltfront von Tief Ulfert ostwärts und verdrängt die Hitze«, heißt es vom Deutschen Wetter-Dienst (DWD) in Offenbach. Auch wenn die größte Unwettergefahr gebannt ist, dürfte es weiter Schauer und Gewitter geben.

Gleichzeitig steigt von Tag zu Tag durch die zunehmende Trockenheit vielerorts die Gefahr von Waldbränden. Bei dem bisher größten Brand in Brandenburg seit Beginn der Saison kämpften Feuerwehrleute am Samstag auf einer Fläche von zehn Hektar bei Bötzow (Oberhavel) nordwestlich von Berlin gegen die Flammen.

Es gebe mehrere Brandstellen, die Feuerwehr sei mit 43 Kräften im Einsatz, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle. Verstärkung solle noch kommen. Bis auf drei Kreise galt in Brandenburg am Samstag nach Angaben des Umweltministeriums landesweit die höchste Gefahrenstufe fünf. Auch in anderen Bundesländern kam es bereits zu Bränden.

Feuerwehrleute bekämpfen in einem Waldstück bei Jüterbog (Brandenburg) einen Brand – einen weitaus größeren Waldbrand gab es aber bei Bötzow

Feuerwehrleute bekämpfen in einem Waldstück bei Jüterbog (Brandenburg) einen Brand – einen weitaus größeren Waldbrand gab es aber bei Bötzow

Foto: Paul Zinken / dpa

Im Südwesten haben Gewitter mit Starkregen in den Regionen um Karlsruhe und Pforzheim zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Der Regen überschwemmte die Autobahn 8 zwischen den Anschlussstellen Karlsbad und Pforzheim-West. Auch im Westen und Nordwesten Deutschlands breitet sich in der Nacht zum Sonntag ein größeres Gewittergebiet aus. Es kann Gewitter mit schwerem Sturm oder orkanartigen Böen geben, die bis zu hundert Kilometer pro Stunde erreichen. Binnen kurzer Zeit kann es zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter regnen. Am Sonntagnachmittag kann es ebenfalls zunehmend schwere Gewitter mit heftigem Starkregen, großem Hagel und eventuell Orkanböen geben.

In den Niederlanden haben Unwetter bereits erhebliche Schäden angerichtet. Westlich von Utrecht wurden am Freitag sechs Häuser so stark beschädigt, dass sie vorläufig nicht mehr zu bewohnen sind. Neun Menschen wurden verletzt. In der Region des Nationalparks Utrechtse Heuvelrug wurden zudem Tausende Bäume umgeknickt. Möglicherweise habe es sich um einen Tornado gehandelt, sagte ein Behördensprecher. Untersuchungen des Wetterdiensts dazu seien noch nicht abgeschlossen.

Was tun gegen die Hitze?

Für den Kreislauf können die hohen Temperaturen zur Belastung werden. Wichtig ist daher, viel zu trinken. Durch Flüssigkeitsmangel riskiert man bei dem heißen Wetter einen Hitzekollaps. Bei eiskalten Getränken sollte man jedoch vorsichtig sein, sie können Magenbeschwerden verursachen. Außerdem muss der Körper mehr arbeiten, um sie zu erwärmen.

Ebenfalls abzuraten ist von eiskalten Duschen. Der Temperaturunterschied belastet den Kreislauf zusätzlich. Eine lauwarme Dusche ist daher die bessere Wahl. Auch beim Baden im Schwimmbad, in Seen, im Meer oder in anderen Gewässern ist es wichtig, den erhitzten Körper vorsichtig an das kalte Wasser zu gewöhnen.

Wer keine Bademöglichkeit hat, kann sich auch Hände, Nacken und Gesicht immer wieder mit kaltem Wasser waschen. Außerdem empfiehlt es sich, immer mal wieder für ein paar Minuten die Beine hochzulegen.

fdi/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.