Extremwetter in Deutschland Die Hitze ist an!

Sie mögen es warm, zu heiß darf es aber nicht sein? Dann sollten Sie das Wochenende genießen - denn danach naht Saharaluft. Gut möglich, dass in Deutschland die 40-Grad-Marke geknackt wird.

Sommerwetter auf der Weser bei Wahmbeck in Südniedersachsen
Swen Pförtner/DPA

Sommerwetter auf der Weser bei Wahmbeck in Südniedersachsen


Es wird extrem heiß in Deutschland: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für die kommende Woche mit einer Hitzewelle, "die durchaus als extrem bezeichnet werden kann". Mitte der Woche steigen demnach überall außer an den Küsten die Temperaturen auf mehr als 38 Grad. In Kombination mit einer hohen UV-Belastung dürften daher Warnschwellen überschritten werden.

Verantwortlich für das nahende Extremwetter ist ein ausgeprägtes Tief über dem westlichen Atlantik, das laut DWD ungewöhnlich weit südlich liegt. Auf der Ostseite dieses Tiefs strömt heiße Luft aus der Sahara über das westliche Mittelmeer nach Norden. Wegen dieser Wetterlage kommt die erste bundesweite Hitzewelle auf Deutschland zu.

Zuvor kühlt es am Samstag zunächst noch einmal etwas ab. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 21 bis 25 Grad. Im Süden, wo es schwüler wird, können sich erneut kräftige Schauer und Gewitter bilden. "Die Hauptgefahr geht nicht mehr von Hagel und Sturmböen, sondern von heftigen Regengüssen aus", teilte der DWD mit.

"Die Hitzewelle bringt reichlich Saharastaub"

Auch der Sonntag sei bei "gefühlten Temperaturen unter 30 Grad" noch erträglich, sagte Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung in Freiburg. "In den folgenden Tagen baut sich die Hitze jedoch nach und nach von Westen her auf und erreicht gegen Mitte der Woche ihren voraussichtlichen Höhepunkt."

Ab Montag könnte es die ersten Hitzewarnungen für den Südwesten Deutschlands geben. Mitte der Woche seien vermutlich große Teile des Bundesgebiets betroffen - mit Ausnahme der nördlichsten Landesteile.

"Ob die 40-Grad-Marke und der deutschlandweite Allzeitrekord fallen werden, ist derzeit allerdings noch unsicher", sagte der Meteorologe Christian Herold. "Nach den neuesten Modellen geht die heißeste Luft eher westlich an Deutschland vorbei." Die Hitzewelle aus dem Süden bringt reichlich Saharastaub nach Deutschland. Was nach noch mehr Hitze klingt, hat eher den gegenteiligen Effekt: Der Staub dämpft die Sonneneinstrahlung und vermehrt die Wolken.

Risiken für Mensch und Tier

"Ob nun 40 Grad oder nicht, richtig heiß mit über 35 Grad wird es auf alle Fälle", sagte Herold. Gefühlt könnte es Mittwoch und Donnerstag sogar über 38 Grad heiß werden, sagte Matzarakis. Dass eine "außergewöhnliche Hitzewelle" kommt, halten die Meteorologen für sicher. Unsicher ist aber, wie lange sie anhält.

"Nach aktuellem Stand könnte sich die Hitze aber im Süden bis ins letzte Juni-Wochenende hinein halten", sagte Matzarakis. Empfindliche Menschen müssten sich vorsehen: Die Hochdrucklage und die hoch stehende Sonne bescheren Deutschland auch Maximalwerte beim UV-Index - und damit eine zusätzliche Belastung.

Angesichts der bevorstehenden Temperaturen warnte zudem der Deutsche Tierschutzbund davor, Hunde und andere Tiere allein im Auto zu lassen. Die Temperatur im Inneren könne rasch auf 50 Grad und mehr ansteigen, sagte eine Sprecherin. "Wenn die Sonne wandert, steht auch das im Schatten abgestellte Fahrzeug nach kurzer Zeit in der Sonne."

mxw/dpa



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