Wetter Erst Neuschnee, dann Orkanböen

Das Wetter beruhigt sich nicht: Neben erneutem Schneefall erwarten Meteorologen Sturmböen. Tirol bereitet sich auf die höchste Lawinenstufe vor, im bayerischen Miesbach wurde der Katastrophenfall ausgerufen.


In Österreich schneit und schneit und schneit es: Weil neue Schneefälle angekündigt sind, bereitet sich das Bundesland Tirol auf die höchste Lawinenwarnstufe vor.

Das Land habe unterschiedliche Szenarien im Blick und treffe entsprechende Vorsorge, sagte Tirols Landeshauptmann Günther Platter. So seien mehrere Hubschrauber in Bereitschaft. Das gelte auch für spezielle Einsatzgruppen der Alpinsoldaten, die auf die Suche von Verschütteten spezialisiert seien.

"Unsere Expertinnen und Experten haben die Wettersituation genauestens im Blick, dadurch können wir bei Bedarf unverzüglich handeln", sagte Platter. Bis zum Donnerstag werden in Tirol zwischen 50 und 120 Zentimeter Neuschnee erwartet. "Dies verschärft die Lawinensituation immens", sagte der Leiter des Lawinenwarndienstes des Landes Tirol, Rudi Mair.

Schon jetzt herrscht in weiten Teilen des Landes die Lawinenwarnstufe 4. Die Behörden appellierten dringend an die Skifahrer, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Generell sollte auf nicht zwingend nötige Autofahrten verzichtet werden. Auch das Betreten der Wälder sei angesichts der Gefahr unter der Schneelast umstürzender Bäume nicht ratsam.

Unterdessen wurde die österreichische Skiregion Hochkar wegen der anhaltend starken Schneefälle mit viel Neuschnee bis auf Weiteres geschlossen. Touristen, Mitarbeiter und Bewohner der Region sollten noch an diesem Montag das Gebiet verlassen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA, die sich auf Behörden beruft. Grund seien demnach Lawinengefahr und Lawinensprengungen. Die Hochkar-Alpenstraße sei ebenfalls geschlossen.

Zwei seit Samstag vermisste Schneeschuhwanderer wurden am Montag tot geborgen. Die 23-jährige Jägerin und der 28 Jahre alte Jäger wurden unter einem Lawinenkegel im österreichischen Tennengau entdeckt. Das Paar wollte Reviereinrichtungen kontrollieren und die Wildfütterung auffüllen.

Auch im Skigebiet von Zachensee im Pongau verunglückte ein Skifahrer tödlich. Der 35-Jährige aus Slowenien war am Sonntag abseits der Pisten gestürzt. Er versank in mehr als einem Meter Tiefschnee. Trotz baldiger Bergung seien die stundenlangen Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg geblieben, sagte ein Bergretter.

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09.09.2019, 13:47 Uhr
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Im bayerischen Miesbach rief das Landratsamt den Katastrophenfall aus. Dies sei nötig, um die unterschiedlichen Einsatzkräfte besser zu koordinieren, sagte eine Sprecherin. Das Winterwetter hatte am Wochenende für Chaos im Süden Bayerns gesorgt. Am Montag gab es immer noch Beeinträchtigungen auf regionalen Bahnstrecken. Sämtliche Schulen im Landkreis Miesbach nahe München sollen bis einschließlich Freitag geschlossen bleiben.

Wetterdienst warnt vor Schneeverwehungen

Zu dem Neuschnee in den Bergregionen komme ab Dienstag starker Wind hinzu, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Auch Orkanböen seien auf Gipfeln möglich.

Zunächst schneit es ab diesem Montagabend oberhalb von 500 bis 800 Metern weiter, besonders kräftig in Teilen von Schwarzwald, Erzgebirge, Bayerischem Wald und in den Alpen. Der DWD warnte wegen der Sturmböen vor teilweise erheblichen Schneeverwehungen, die auch den Verkehr auf Straßen und Schienen treffen könnten.

Ab Dienstagabend sinkt die Schneefallgrenze laut Prognose auf 200 Meter. Viel Schnee werde in tieferen Lagen zwar nicht erwartet, es müsse vorübergehend aber auch dort mit Glätte gerechnet werden, sagte der DWD.

Ab Mittwoch lässt der Wind der Vorhersage zufolge nach, im Westen und Norden auch die Schauer. Im Süden und Osten regnet oder schneit es weiter, in den Alpen und im Erzgebirge auch kräftiger. Die Temperaturen sinken leicht: Am Dienstag liegen die Höchstwerte voraussichtlich bei drei bis acht Grad und null Grad im Bergland, am Mittwoch bei sechs Grad im Norden und minus zwei Grad an den Alpen.

sen/dpa/AFP



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