Hitzewelle in Deutschland Es wird noch heißer

Mit über 30 Grad wurden am Mittwoch vielerorts die bislang höchsten Temperaturen des Jahres gemessen – und sie werden wohl noch steigen. 37 Grad sind drin.
Zwei Frauen sitzen auf einem Steg am Lieblsee in Bayern

Zwei Frauen sitzen auf einem Steg am Lieblsee in Bayern

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Armin Weigel / dpa

Die einen freuen sich über das Badewetter, die anderen ächzen wegen der Hitze: Sehr warme Luft aus dem Mittelmeerraum hat am Mittwoch in vielen deutschen Städten für die bisher höchsten Temperaturen des Jahres gesorgt. So wurden vor allem im Westen und Südwesten Spitzenwerte erreicht, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Diese würden am Donnerstag voraussichtlich übertroffen, sagte eine DWD-Sprecherin.

Am wärmsten wurde es am Mittwoch demnach mit 33,9 Grad Celsius in der Nähe von Speyer, im Ort Waghäusel-Kirrlach. Mit viel Sonnenschein lagen die Höchsttemperaturen deutschlandweit etwa zwischen 26 und 33 Grad.

An den Küsten war es mit 21 bis 25 Grad Celsius hingegen kühler. »Grund dafür ist die Wassertemperatur von 16 bis 19 Grad in Nord- und Ostsee«, teilte der DWD mit. Dadurch habe sich die Luft nicht so stark aufheizen können.

Tropische Nächte

Andernorts blieb es auch nachts sehr warm, an mehreren Orten gab es laut DWD die erste Tropennacht des Jahres. Meteorologen sprechen von Tropennächten, wenn die Temperaturen auch nachts nicht unter 20 Grad fallen.

Die höchste nächtliche Tiefsttemperatur gab es demnach in Bad Lippspringe in Nordrhein-Westfalen. Dort wurde es zu keinem Zeitpunkt kühler als 22 Grad. In Gevelsberg, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, lag das Temperaturminimum bei 21,5 Grad. Mit 21,4 Grad lag Bremerhaven auf Platz drei der nächtlichen Temperaturliste.

»Um die 20 Grad« hatte es den Angaben zufolge vor allem im Ruhrgebiet, aber auch an der Saar und in der Region Köln/Bonn. Die Meteorologen gehen davon aus, dass auch die Nacht zum Freitag wieder eine Tropennacht werden wird.

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Sommerimpressionen

Foto: Sven Hoppe / dpa

Am Donnerstag könnte es den Meteorologen zufolge bis zum Abend im Westen und Nordwesten dann vereinzelte Gewitter mit Sturm, Hagel und heftigen Starkregen geben. Die Höchstwerte dürften bei 30 bis 36 Grad liegen, auf den Inseln bleibt es noch deutlich kühler.

Am Freitag ist erneut mit Schauern und Gewittern zu rechnen. Auch an den Alpen kommt es örtlich zu Hitzegewittern. Ansonsten bleibt es sommerlich und trocken. Der Hitze-Hotspot liegt dann wohl im Osten des Landes, mit bis zu 37 Grad.

Unterdessen steigt auch die Waldbrandgefahr. Um die Feuer früh zu erkennen, setzen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf den Einsatz von zwei kleinen Flugzeugen. Die mit einem Piloten, einem Beobachter und einem Förster besetzten Cessnas sollen ab Donnerstag in einigen Gebieten der Bundesländer ihre Routen abfliegen und nach Rauchbildung Ausschau halten, sagte Thomas Friedhoff, Referent des Feuerwehrflugdienstes Niedersachsen.

Abheben sollen die Flieger in Lüneburg und Hildesheim, so Friedhoff. Je nach Wetterlage und Waldbrandstufe fliegen sie dann fünf verschiedene Routen ab und können auch gezielt verdächtig erscheinende Gebiete in Augenschein nehmen. Im vergangenen Jahr hätten so 23 Brände frühzeitig entdeckt werden können. Je früher der Brand ausfindig gemacht werde, desto leichter fielen normalerweise die Löscharbeiten und desto geringer sei der Schaden an der Umwelt. Auch in anderen Bundesländern gibt es ähnliche Beobachtungsflüge.

Am Donnerstag könnten die Maschinen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen zum ersten Mal in diesem Jahr starten. Das hänge davon ab, ob die Waldbrandstufe fünf erreicht werde. Es gelte jedoch als wahrscheinlich – insbesondere im Harz, sagte Friedhoff. Im Oktober solle dann spätestens die Brandüberwachung via Flugzeug eingestellt werden.

bbr/dpa
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