Wetterprognose Deutschland wartet auf das Orkan-Wochenende

Bahn, Feuerwehr und Fähren stellen sich auf ein stürmisches Wochenende ein: Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern werden an der Nordseeküste erwartet.
Spaziergänger in Büsum: Stürme mit Orkanböen erwartet

Spaziergänger in Büsum: Stürme mit Orkanböen erwartet

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Hamburg - Ausläufer von zwei Orkantiefs werden an diesem Wochenende vor allem Norddeutschland treffen, doch auch in anderen Teilen Deutschlands soll es stürmisch werden. Orkanböen von "Elon" und "Felix" können Freitag und Samstag mit Tempo 120 und mehr auf die Inseln und Halligen an der Nordseeküste treffen.

"Den Höhepunkt erreichen wir aber erst am Samstagnachmittag, dann können vereinzelt auftretende Orkanböen auch ins Landesinnere vordringen, bis runter zur Elbe", sagte Experte Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Meteorologen erwarten an den Küsten und in den Mittelgebirgen bis zu Windstärke zwölf.

Die niedersächsische Nordseeküste rechnet mit einer Sturmflut. Bereits in den nächsten Tagen seien deutlich erhöhte Wasserstände zu erwarten, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Norden.

Auch in den Hochlagen der Alpen wird es orkanartig. Begleitet wird der Sturm von beinahe frühlingshaften Temperaturen. "Der starke Wind führt sehr milde Luft zu uns", sagen die Meteorologen. Im Westen und Süden könnte es am Sonntag Werte von bis zu 15 Grad geben. Schnee hält sich nur noch in Lagen oberhalb von 2000 Metern. Damit werde sich bis in hohe Lagen Tauwetter einstellen, sagte ein DWD-Meteorologe in Offenbach. Zusammen mit dem teils kräftigen Regen bringe die Schneeschmelze vielen Regionen Hochwasser.

Fährverbindungen zu den Halligen Hooge und Langeneß werden eingestellt

Bei der Deutschen Bahn sind Spezialtrupps in Bereitschaft um gerissene Oberleitungen oder unterspülte Gleise zu reparieren. Mit Verspätungen ist zu rechnen, weil die Züge bei Sturm auf bestimmten Streckenabschnitten wie auf der Fehmarnsundbrücke das Tempo drosseln müssten, sagte eine Sprecherin. Beim Sylt-Shuttle gibt es ab Windstärke zehn Einschränkungen, ab Windstärke zwölf wird der Verkehr dort eingestellt. Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr beobachten die Lage.

Die Fährverbindungen zu den Halligen Hooge und Langeneß werden sturmbedingt ab Freitag komplett eingestellt. Die anderen Fähren pendeln weiter, so lange der Wind nicht zu stark ist und das Wasser nicht zu hoch steht. "Die letzte Entscheidung treffen die Kapitäne: Wenn die sagen, es geht nicht, werden wir den Verkehr sofort einstellen, denn die Sicherheit steht an erster Stelle", sagte Erk Brauer von der Wyker Dampfschiffs-Reederei. Einschränkungen werden auch bei den Fähren in Ostfriesland und nach Helgoland erwartet.

In den kommenden Tagen gelte allgemein: auf keinen Fall in den Wald gehen. Dort könne der Sturm Äste abbrechen, aber auch ganze Bäume entwurzeln. Die Menschen sollten auch darauf achten, alles windfest zu machen, sagte ein DWD-Sprecher, und beispielsweise Blumentöpfe ins Haus stellen.

kha/dpa
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