Rekordtemperaturen Sportler brechen wegen Hitze zusammen

Beim Frankfurter Ironman kollabiert die Favoritin, beim Hamburger Halbmarathon brechen Läufer erschöpft zusammen: Wegen extremer Hitze kam es bei mehreren deutschen Sportturnieren zu dramatischen Szenen.

Bernd Thissen/ DPA

In einigen Gebieten Deutschlands herrscht laut Deutschem Wetterdienst (DWD) allerhöchste Waldbrandgefahr: In ganz Mecklenburg-Vorpommern sowie in Teilen von Thüringen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bayern liegt der Index inzwischen auf der maximalen Warnstufe 5.

Im Rest Deutschlands liegt die Warnstufe meist bei 4, nur in wenigen Teilen der Republik wird die Waldbrandgefahr noch als mittelmäßig eingeschätzt.

Hauptgrund ist die ungewöhnlich heiße und trockene Wetterlage. Am Sonntag um 15 Uhr wurden in Bad Kreuznach in Rheinland-Pflalz 38,9 Grad gemessen worden. Damit wurde die bisherige Höchstmarke von 38,6 Grad vom vergangenen Mittwoch im brandenburgischen Coschen bereits wieder geknackt. Der Allzeit-Temperaturrekord von 40,3 Grad für Deutschland blieb jedoch zunächst unerreicht.

Die Hitze sorgte bei mehreren Sportveranstaltungen für Probleme. Am Sonntag brach die beim Ironman in Frankfurt am Main klar führende Amerikanerin Sarah True 1000 Meter vor dem Ziel völlig entkräftet zusammen, beim Halbmarathon in Hamburg kollabierten mehrere Läufer. Auch beim Leichtathletik-Meeting in Ratingen und der deutschen Straßenradmeisterschaft am Sachsenring brachten die Extrembedingungen die Athleten an ihre körperlichen Grenzen.

Schon am Samstag hatten auch die deutschen Fußballerinnen bei der WM in Frankreich den Extremsommer zu spüren bekommen. Beim Aus im Viertelfinale gegen Schweden (1:2) in Rennes hatte es Trinkpausen gegeben.

In der neuen Woche können sich die Menschen auf etwas Abkühlung freuen. Bis zum Dienstag gehen die Temperaturen auf deutlich unter 30 Grad zurück.

ssu/AFP/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
TS_Alien 30.06.2019
1.
Bei solchen Temperaturen sollte niemand (Ausdauer-)Sport treiben. Selbst die besten Sportler riskieren dabei ihre Gesundheit. Ein sehr guter Trainingszustand schützt nicht vor gesundheitlichen Gefahren. Im Gegenteil. Professionelle Ausdauerathleten haben gelernt, die Warnsignale ihres Körpers auszublenden. Das geht meistens gut, aber manchmal eben nicht. Wer heute als Amateur trotz guter Vorbereitung nicht am Triathlon teilgenommen hat, hat seinen Körper geschützt und alles richtig gemacht. Die anderen sind zu ehrgeizig oder einfach nur unvernünftig. Gravierende Spätschäden können die Folge sein. Darüber gibt es eine interessante Untersuchung aus Australien.
leo_dreieck 30.06.2019
2. Bei allein über 500 Euro Anmelde-/Startgebühr ...
... und monatelanger Vorbereitung mit entsprechenden Ausgaben für das Material etc. werden die wenigsten einfach sagen: bei solchen Temparaturen sollte ich das besser nicht machen!
alt-nassauer 30.06.2019
3. Es ist eben Zwiespältig...
Einerseits die spontane Reaktion, das man eben bei solchen Temperaturen kein Sport machen sollte. Insbesondere so etwas Extremes! Wobei die dort an den Start gehen, insbesondere die Profis, wissen was sie da ihrem Körper antun. Klar auch das Startgeld, insofern kein Profi, "nur" Ambitionierte Amateure mit dem Ziel sich für höheres zu Qualifizieren. Immerhin war und ist der Frankfurt Triathlon eine Europameisterschaft und kein Jedermann-Lauf. Im Gegensatz zu Hamburg (Halb--Marathon) und andere Lauf/Rad usw. Veranstaltungen. Das man in Frankfurt schon wegen dem Startgeld vielleicht nicht verzichtet, da mag es an den Regelung liegen. Aber der Veranstalter muss schon seine Kosten irgendwie sichern. Nun es liegt an Jeden selbst und aus eigener Erfahrung, meist siegt die "Unvernunft". Es ist eine 50:50 Angelegenheit.. entweder geht es gut oder es geht nicht gut. Ich hab meinen ersten Marathon im mal Mai (da rechnet man nicht mit Hitze) gemacht und es gab an dem Wochenende die Vorhersage von 34 Grad. Ich hatte nie eine Minute vor dem Start an Verzicht gedacht und habe ohne Probleme den Lauf absolviert. So gehen eben viel an den Start mit einer eher Positiven Einstellung. Letztendlich denke ich hat es an diesem Wochenende sicher mehr Gesundheitliche Probleme bei den nicht aktiven Normalbevölkerung gegeben. Wahrscheinlich auch vermehrt Kreislauf- und Herzprobleme. Davon gibt es nur am Ende so einer Hitzeperiode eine Gesamtzahl an Opfer. Beim Sport als Massenveranstaltung in der Öffentlichkeit stehend, auch vor laufenden Kameras sind solche Vorfälle im Spektakulär. Stellen dann oft den Veranstalter oder die Teilnehmer als Unvernünftig dar. Übergewicht und nichts tun, zu dem ungesundes Essen und Trinken schadet der Gesundheit ebenso und das im ganzen Jahr. Im Sommer auch ein höheres Risiko! Deshalb sollte jeder auf sich hören, was er sich zu muten will und kann.
draco2007 30.06.2019
4.
Zitat von alt-nassauerEinerseits die spontane Reaktion, das man eben bei solchen Temperaturen kein Sport machen sollte. Insbesondere so etwas Extremes! Wobei die dort an den Start gehen, insbesondere die Profis, wissen was sie da ihrem Körper antun. Klar auch das Startgeld, insofern kein Profi, "nur" Ambitionierte Amateure mit dem Ziel sich für höheres zu Qualifizieren. Immerhin war und ist der Frankfurt Triathlon eine Europameisterschaft und kein Jedermann-Lauf. Im Gegensatz zu Hamburg (Halb--Marathon) und andere Lauf/Rad usw. Veranstaltungen. Das man in Frankfurt schon wegen dem Startgeld vielleicht nicht verzichtet, da mag es an den Regelung liegen. Aber der Veranstalter muss schon seine Kosten irgendwie sichern. Nun es liegt an Jeden selbst und aus eigener Erfahrung, meist siegt die "Unvernunft". Es ist eine 50:50 Angelegenheit.. entweder geht es gut oder es geht nicht gut. Ich hab meinen ersten Marathon im mal Mai (da rechnet man nicht mit Hitze) gemacht und es gab an dem Wochenende die Vorhersage von 34 Grad. Ich hatte nie eine Minute vor dem Start an Verzicht gedacht und habe ohne Probleme den Lauf absolviert. So gehen eben viel an den Start mit einer eher Positiven Einstellung. Letztendlich denke ich hat es an diesem Wochenende sicher mehr Gesundheitliche Probleme bei den nicht aktiven Normalbevölkerung gegeben. Wahrscheinlich auch vermehrt Kreislauf- und Herzprobleme. Davon gibt es nur am Ende so einer Hitzeperiode eine Gesamtzahl an Opfer. Beim Sport als Massenveranstaltung in der Öffentlichkeit stehend, auch vor laufenden Kameras sind solche Vorfälle im Spektakulär. Stellen dann oft den Veranstalter oder die Teilnehmer als Unvernünftig dar. Übergewicht und nichts tun, zu dem ungesundes Essen und Trinken schadet der Gesundheit ebenso und das im ganzen Jahr. Im Sommer auch ein höheres Risiko! Deshalb sollte jeder auf sich hören, was er sich zu muten will und kann.
Mal eine Frage als Laie... Wieso finden solche Events im Hochsommer statt? Wäre Spätherbst oder Anfang Frühling nicht viel sinniger?
ratz1967 01.07.2019
5. Widriges Wetter und Sportveranstaltungen. Ein Wort an die Ausrichter.
Warum müssen Leute beim Zugspitzlauf erfrieren? Warum leute bei 35°C im Marathon zusammenbrechen oder gar sterben? Was soll der Mist? Haben die Veranstalter und Bürgermeister keinen Mum um eine Veranstaltung wegen Gefahr für Leib und Leben abzusagen? Dauernd solch paradoxe Entscheidungen, zu dem auch der Love Parade Zwischenfall in Duisburg gehört! Allen ist es klar, ausser Polizei, Stadtvätern und Bürgermeister, dass ein Gelände, mit nur einem Ein- und Ausgang, einer Fläche für 800.000 Leuten bei einer Veranstaltung, die vorher einige Millionen besucht hatten, der Hohn an Sicherheit und Schutz schlechthin darstellt! Und heute winden sich Veranstalter und Stadtväter aus der Verantwortung! Warum muß man als Sportler bei Temperaturen über oder unter dem gesundheitlich Unbedenklichen, dennoch Sport treiben? Ist der Ehrgeiz mehr wert als das eigene Leben? Hats den Sportlern den Kopfinhalt schon rausgekocht, oder warum quälen sie sich sonst auf überhitzten Strassen rum? Lemmingeffekt? Lässt nicht gerade auf intelligente Individuen schließen, die sich da messen wollen!
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