Wetter-Ticker Blitzeis, Schneewehen und Pannenrekord

Der Winter hat große Teile Europas fest im Griff: Eis und Schnee sorgen in Deutschland und vielen Nachbarländern für Verkehrschaos und Unfälle. SPIEGEL ONLINE informiert Sie über die aktuellen Entwicklungen.

+++ 17.09 Uhr: US-Polizist zieht Waffe bei Schneeballschlacht +++

Ein Polizist hat in Washington seine Dienstwaffe gezogen, weil Schneebälle sein Auto trafen. "Ich will es ganz klar sagen: Der Beamte hat sich völlig unangemessen verhalten", erklärte Polizeichefin Cathy Lanier am Dienstag. Detective Michael Baylor, laut "Washington Post" seit drei Jahrzehnten Polizist, wurde anschließend in den Innendienst versetzt, bis die Untersuchung über den Vorfall abgeschlossen ist.

+++ 16.52 Uhr: Schlägerei nach Volltreffer mit Schneeball +++

Nach einem Volltreffer mit einem Schneeball hat ein 13 Jahre alter Junge auf einem Karlsruher Spielplatz einen Gegenangriff unternommen und ein drei Jahre jüngeres Kind mit Schlägen schwer verletzt. Der ältere Junge habe den Werfer zu Boden geworfen und sein Gesicht so stark in den Schnee gedrückt, dass der Jüngere keine Luft mehr bekam. Danach drehte er sein Opfer auf den Rücken und schlug ihn mit der Faust mehrfach ins Gesicht. Sein 14 Jahre alter Freund hielt während der Attacke die anderen Kinder in Schach, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Zehnjährige erlitt eine Gehirnerschütterung und wurde an Wange und Auge verletzt.

+++ 15.36 Uhr: 50 Unfälle in 90 Minuten in Berlin +++

Plötzlich einsetzende Glätte hat in Berlin zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt. Innerhalb von 90 Minuten kam es zu 50 Unfällen. Menschen wurden lediglich leicht verletzt. Unter anderem prallte ein Taxi gegen eine Straßenbahn. Bei der S-Bahn sorgten witterungsbedingte Störungen an Zügen für Einschränkungen des Fahrplans. Die Berliner Stadtreinigung war wie in den vergangenen Tagen mit der kompletten Flotte von 450 Fahrzeugen im Einsatz.

+++ 15.34 Uhr: Eingeschneite Briten übernachten in Bettenabteilung +++

Im westlich von London gelegenen Buckinghamshire hatten hundert Menschen, darunter 20 Kinder, Glück im Unglück. Weil sie eingeschneit waren, duften sie die Nacht in einem Kaufhaus verbringen - auf Liegen in der Bettenabteilung.

+++ 14.39 Uhr: Wasserstraßen für Schiffe gesperrt +++

Im deutsch-polnischen Grenzraum sind die ersten Wasserstraßen für die Schifffahrt gesperrt worden. Auf der Oder hat sich an einer Stelle bei Widuchowa, nördlich vom brandenburgischen Schwedt, Treibeis zusammengeschoben und zu einer ersten sogenannten Eisversetzung geführt. Ein Einsatz von Eisbrechern ist aber vorerst nicht nötig. Auf dem Oder-Havel-Kanal machte ein Eisbrecher den Weg Richtung Oranienburg frei, weil ein havariertes Schubschiff dorthin unterwegs ist.

+++ 14.17 Uhr: Frühlingshafte Temperaturen in Südgriechenland +++

In Griechenland bereiten sich weite Teile der Bevölkerung auf warme Weihnachten vor. Bereits am Dienstag zeigten die Thermometer in Athen 17 Grad Celsius, auf der Insel Kreta 20 Grad. Für Heiligabend und den ersten Weihnachtstag rechnen die Meteorologen mit frühlingshaften Temperaturen - in Mittelgriechenland sollen es rund 20 Grad werden. Südwinde bringen feuchte und warme Luft aus Nordafrika nach Griechenland.

+++ 14.02 Uhr: Fluggast nach Attacke auf Pilot und Polizei wieder frei +++

Aus Wut über die Verspätungen am Flughafen Frankfurt hat ein 63-Jähriger in der Nacht einen Flugkapitän und Polizisten angegriffen. Der Pilot hatte den Mann, der am Abflugschalter laut herumgebrüllt hatte, vom Flug ausgeschlossen. Der Mann wurde handgreiflich und ging auch auf alarmierte Polizisten los, seine Tochter mischte bei der Rangelei mit. Beide kamen nach einem Besuch auf der Polizeiwache am Morgen wieder frei.

+++ 14.00 Uhr: Hunderte warten in Paris und London noch auf Eurostar +++

Der erste Eurostar-Zug aus Paris ist in London eingetroffen - aber noch warten an beiden Enden der Strecke Hunderte Menschen auf ihre Abreise. Einsteigen durften zunächst nur Fahrgäste, die eigentlich am Samstag oder Sonntag hätten fahren sollen. Am Mittwoch sind dann die Passagiere mit Tickets für Montag oder Dienstag dran. Das Unternehmen hat unterdessen Schutzvorrichtungen an den Eurostar-Loks angebracht, damit kein Schnee in die seitlichen Lüftungsschlitze eindringen kann.

+++ 13.52 Uhr: ADAC meldet Pannenrekord +++

Die Pannenhelfer des ADAC haben ihren Einsatzrekord vermeldet: Die "Gelben Engel" mussten am Montag insgesamt 28.654-mal ausrücken, häufiger als je zuvor. Alle drei Sekunden ging ein Notruf an. 90 Prozent der Einsätze gingen auf Startprobleme zurück, meist waren entladene oder kaputte Batterien schuld. Der bisherige Rekord von 25.386 Pannenhilfen war am 7. Januar 2009 erreicht worden.

+++ 13.47 Uhr: Auf Fehmarn bleiben Autos in Schneewehen stecken +++

Auf der Ostseeinsel Fehmarn haben heftiger Schneefall und Südwestwind zu Schneeverwehungen geführt. Mehrere Autos blieben in der weißen Pracht stecken, die Fahrer mussten ihre Wege zu Fuß fortsetzen. Die Polizei bittet, auf Autofahrten zu verzichten.

+++ 13.23 Uhr: Sohn überrollt Vater auf schneeglatter Hangstrecke +++

Bei einem Unfall an einem Hang bei Stadtsteinach in Oberfranken hat ein Sohn seinen Vater mit einem Geländewagen überfahren und getötet. Der 40-Jährige war mit seinem Auto an einem verschneiten, steilen Forstweg hängen geblieben. Er rief seinen 66 Jahre alten Vater an und bat, dieser möge ihm Schneeketten bringen. Nach der Montage fuhr der Sohn rückwärts den Hang hinab. Dabei geriet sein Vater aus bislang ungeklärter Ursache unter den Wagen und wurde mehrere Meter mitgeschleift. Er starb noch an der Unfallstelle.

+++ 13.04 Uhr: Berlins Flughafen Tegel wegen Blitzeis geschlossen +++

Der Berliner Flughafen Tegel ist wegen Blitzeis vorübergehend geschlossen worden. Die ankommenden Flüge würden auf den im Osten der Stadt gelegenen Flughafen Schönefeld umgeleitet, sagte ein Sprecher. Dort laufe der Betrieb mit Starts und Landungen noch normal. In Tegel werden die Start- und Landebahnen enteist. Der Flugbetrieb sei dort voraussichtlich nur für kurze Zeit nicht möglich, ergänzte der Sprecher. Auf beiden Berliner Flughäfen fallen weiter Flüge aus, weil die Maschinen durch Schnee und Frost an vielen Airport-Drehkreuzen nicht starten können.

Straßen werden zu Eisbahnen

+++ 11.01 Uhr: Passagiere auf Flughafen Amsterdam gestrandet +++

Auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam mussten in der Nacht erneut hunderte gestrandete Passagiere versorgt werden. Etwa 400 Fluggäste hatten in Feldbetten übernachtet. Auch für den weiteren Verlauf des Tages wird mit der Streichung von Flügen und erheblichen Verspätungen gerechnet. Das Hauptproblem ist, dass andere europäische sowie nordamerikanische Flughäfen wegen des heftigen Winterwetters nicht oder nur eingeschränkt angeflogen werden können.

+++ 10.39 Uhr: Österreicher taut Auto mit Heizstrahler auf - Explosion +++

Im österreichischen Kärnten hat ein Rentner sein Auto mit einem Heizstrahler enteisen wollen und es so zum Explodieren gebracht. Der Wagen und die Garage brannten, auch das Haus des 71-Jährigen wurde stark beschädigt. 40 Feuerwehrleute löschten den Brand. Verletzte gab es nicht.

+++ 10.34 Uhr: Soldaten räumen in Mailand Schnee +++

Zur Beseitigung des Schneechaos in Mailand sind hunderte Soldaten abkommandiert worden. Rund 600 Soldaten wurden bereits zum Schneeschippen eingesetzt, 200 weitere sollten kurzfristig folgen. Das Winterwetter soll den Vorhersagen zufolge andauern.

+++ 10.21 Uhr: Im Norden und Osten Deutschlands schneit es weiter +++

Der Deutsche Wetterdienst rechnet für heute mit weiterem Schneefall im Norden und Osten Deutschlands. In den übrigen Gebieten sollen die Niederschläge in Regen übergehen. Gebietsweise besteht Glatteisgefahr. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 0 Grad im Nordosten und bis zu 7 Grad im Südwesten. Auch in der kommenden Nacht soll es gebietsweise Niederschläge geben - nach Süden hin meist als Regen, nach Norden hin Schnee. Es wird mit Tiefstwerten um 0 Grad und leichtem Frost im Nordwesten gerechnet.

+++ 9.56 Uhr: Schnee und Eis führen zu Chaos in Norditalien +++

In Norditalien haben Schneefälle und Eis in der Nacht zu einem Verkehrschaos geführt. Die Mailänder Flughäfen Malpensa und Linate mussten zeitweise geschlossen werden, mehr als 1000 Passagiere saßen fest. Auf den Autobahnen kamen die Wagen praktisch nicht mehr voran. Der Zugverkehr war schon am Montag teilweise zusammengebrochen. In nahezu der gesamten Lombardei sind die Schulen geschlossen.

+++ 9.41 Uhr: Viehtransporter rammt Streufahrzeug +++

Ein vollbeladener Viehtransporter ist auf der Autobahn 33 bei Paderborn in ein Streufahrzeug des Winterdienstes gefahren. Der Fahrer des Streufahrzeugs und der Beifahrer im Viehtransporter schwer verletzt. 55 Kälber starben. Rund 100 Tiere überlebten und wurden in ein anderes Fahrzeug umgeladen. Die Autobahn musste für mehrere Stunden gesperrt werden.

+++ 9.22 Uhr: Verkehrbehinderungen auf Autobahn 45 in Hessen +++

Lastwagenunfall auf der Autobahn 45 bei Wetzlar zwischen Herborn Süd und Ehringshausen. Ein Laster kippte um, drei weitere und zwei Pkw kollidierten. Sieben Menschen wurden leicht verletzt. Die Autobahn ist bis zum Vormittag in nördlicher Richtung gesperrt. Bei zwei Folgeunfällen wurden vier weitere Lkw beschädigt.

+++ 9.07 Uhr: Schnee verursacht weiter Flugausfälle in Großbritannien +++

Schnee und Eis haben auch am Dienstag für Flugausfälle in Großbritannien gesorgt. Am Flughafen Luton strich der Billigflieger Easyjet bis zum Mittag alle Verbindungen. Auch andere Fluggesellschaften sagten Flüge ab. Am Londoner City Airport gab es zwar nur wenige Ausfälle, allerdings zahlreiche Verspätungen. Autofahrern machten verschneite und glatte Straßen zu schaffen, vor allem Südengland und Teilen von Wales. Tausende blieben in der Nacht zum Dienstag liegen.

+++ 8.19 Uhr: Der Eurostar rollt wieder +++

Die Eurostar-Züge zwischen Paris und London rollen wieder. Nach einer fast dreitägigen Vollsperrung ist der Passagierverkehr unter dem Ärmelkanal wieder aufgenommen worden. Mehrere Züge waren in der Nacht zum Samstag im Tunnel stehen geblieben, mehr als 2000 Fahrgäste steckten stundenlang fest. Dem Betreiber zufolge war die Ursache der Störung ungewöhnlich trockener Puderschnee, der die Triebwagen lahmgelegt habe.

+++ 7.15 Uhr: Autobahn 7 nach Verkehrsunfällen gesperrt +++

Die Autobahn 7 zwischen Hildesheim/Drispenstedt und Laatzen ist nach witterungsbedingten Verkehrsunfällen am frühen Morgen gesperrt worden. Ein Lastwagen sowie ein weiterer Sattelschlepper kippten auf der glatten Fahrbahn um. Die Bergungsarbeiten sollten mindestens bis zum Mittag dauern.

siu/jjc/dpa/APD