Heftige Gewitter Tief "Axel" bringt Dauerregen und Überschwemmungen

Ein Unfalltoter in Bayern, Hochwasseralarm im Allgäu: Mit Gewittern und heftigen Schauern ist Tief "Axel" über weite Teile Deutschlands gezogen.

Paul Zinken/ DPA

Tief "Axel" hat in der Nacht zu Dienstag in mehreren Bundesländern heftige Regenfälle verursacht. In Teilen Baden-Württembergs fielen bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter binnen 24 Stunden. In Hessen und Nordrhein-Westfalen waren es in sechs Stunden bis zu 50 Liter Regen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Dort regnet es weiter kräftig.

Im Alpenvorland hätten mehrere Stationen vier bis neun Liter pro Stunde gemeldet, sagte Diplom-Meteorologin Christina Speicher. Im bayerischen Aurach kam ein Autofahrer auf der regennassen Autobahn 6 ins Schleudern, kam von der Fahrbahn ab und wurde in einem angrenzenden Wald zwischen zwei Bäumen eingeklemmt. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.

Mehrere Pegelstände in Bayern erreichten in der Nacht die Meldestufe 3 von 4, bei der Überflutungen einzelner bebauter Grundstücke oder vereinzelte Verkehrseinschränkungen zu erwarten sind. Örtlich hatten Meteorologen sogar mit Pegelständen der höchsten Warnstufe gerechnet - die wurden bisher allerdings nicht erreicht.

Krankenhaus evakuiert

Bereits am Montag hatten Gewitter und Regenfälle vielerorts Schäden angerichtet und die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Im niedersächsischen Helmstedt musste ein Krankenhaus wegen eines Wasserschadens evakuiert werden. Die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtete, dass eine Decke des Helios-Klinikums eingestürzt sei, nachdem sich auf dem Dach wegen eines verstopften Fallrohrs Regenwasser gestaut hatte.

Hochwasseralarm im Allgäu

In Baden-Württemberg löste die Stadt Wangen im Allgäu Hochwasseralarm aus. Der Fluss Obere Argen, der durch die Stadt fließt, habe den Auslösepegel für den Alarm von 2,30 Metern um 1.30 Uhr überschritten, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Behörden setzten einen Hochwasser-Einsatzplan in Kraft, verteilten Sandsäcke und richteten ein Bürgertelefon sowie einen Liveticker ein.

Eine Bahnstrecke im Allgäu musste gesperrt werden, weil auf den Gleisen wegen der heftigen Regenfälle eine Schutzwand aufgebaut werden sollte.

Im Saarland und in Rheinland-Pfalz führte "Axel" zu sturmartigen Böen und einigen vollgelaufenen Kellern. Auch in Hessen standen einige Keller unter Wasser, außerdem mussten Straßen gesperrt werden. Die Autobahn 4 zwischen dem hessischen Herleshausen und Gerstungen in Thüringen musste in einer Richtung wegen einer überfluteten Fahrbahn gesperrt werden. Auch in Thüringen liefen mehrere Keller voll, außerdem mehrere Turnhallen und ein Jugendklub.

Blitzeinschläge im Norden

Weiter nördlich in Deutschland beschäftigten vor allem Blitzschläge die Einsatzkräfte. In Mecklenburg-Vorpommern steckten Blitze auf der Ostseeinsel Rügen und in der Gemeinde Gnevkow jeweils ein Reetdach in Brand. Beide Häuser waren nach dem Feuer unbewohnbar. In Berlin hatte ein kurzes aber heftiges Gewitter am Montag einen Ausnahmezustand bei der Feuerwehr verursacht, die rund 180 Mal ausrücken musste.

Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern
Bernd Wüstneck/ DPA

Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern

Auch für den Dienstag rechnet der Deutsche Wetterdienst mit Dauerregen und Unwettern. "Der Regen verzieht sich dann aber allmählich nach Süddeutschland", sagte die Meteorologin Speicher. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen habe sich die Lage bereits entspannt, in Westdeutschland werde das im Laufe des Tages passieren. Nur in Bayern und Baden-Württemberg sei noch bis Mittwochmorgen mit starkem bis heftigem Regen zu rechnen.

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ala/dpa



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