Herbststurm "Mortimer" legt Teile des Zugverkehrs im Norden lahm

Der erste Herbststurm hat in der Nacht vielerorts für Schäden gesorgt. Am Montagmorgen musste die Bahn weite Teile des Fernverkehrs in Norddeutschland einstellen - inzwischen sind viele Strecken wieder freigegeben.

Julian Stähle/ DPA

Viel Regen, starker Wind: Das Tief "Mortimer" hat in der Nacht zu Montag zwar nur geringfügige Schäden angerichtet. Die Deutsche Bahn musste jedoch am Montagmorgen den Fernverkehr in Norddeutschland weitgehend einstellen. Inzwischen konnte die Sperrung im Norden für einen Teil der Strecken wieder aufgehoben werden.

Wieder befahrbar seien die Strecken Hamburg - Hannover, Hamburg - Bremen, Bremen - Hannover sowie Hannover - Göttingen, teilte die Deutsche Bahn am Montagvormittag auf Twitter mit. Auch die Strecken Berlin - Hannover und Berlin - Hamburg seien wieder frei. Auch auf diesen Strecken kann es laut Bahn jedoch noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen.

Eine zusätzliche Sperrung gab es seit dem Vormittag auf der Strecke Nürnberg - Augsburg, hier war ein Baum umgestürzt. Züge des Fernverkehrs wurden umgeleitet. Die Verbindung war nach Beseitigung des Hindernisses am Nachmittag wieder frei. Voraussichtlich bis zum Betriebsschluss gesperrt bleibt die Strecke Wolfsburg - Braunschweig - Göttingen.

Bei Nienburg war ein Baum in eine Oberleitung gekracht. Dadurch wurde der Bahnverkehr zwischen Bremen und Hannover lahmgelegt. Ein ICE konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in die Unfallstelle, sagte ein Bahnsprecher. Verletzt wurde niemand. Die Passagiere mussten aber zunächst im Zug ausharren, da nicht klar war, ob noch Strom durch die kaputte Oberleitung fließt und dadurch eine Gefahr für sie besteht.

Unwettergefahr im Norden und Nordosten

Der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge sollen sich die stärksten Böen von "Mortimer" über den Norden in den Nordosten und Osten Deutschlands verlagern, wo sie bis zum Montagnachmittag anhalten sollen. Im Norden und Nordosten besteht demnach Unwettergefahr durch einzelne orkanartige Böen.

Die Verwaltung des Nationalparks Harz hat vor dem Betreten der Wälder in dem Mittelgebirge gewarnt. Es könnten jederzeit Bäume umstürzen, wie Sprecher Friedhart Knolle am Morgen im sachsen-anhaltischen Wernigerode sagte. Laut DWD wurden am frühen Montagmorgen auf dem höchsten Berg des Mittelgebirges Windgeschwindigkeiten von knapp 145 Kilometern pro Stunde gemessen. Der Orkan auf dem Brocken soll demnach bis zum Mittag dauern.

Nächtliche Rettungsaktion für 300 Schafe Eine spektakuläre Rettungsaktion erlebten in der Nacht hingegen Hunderte Schafe auf einer Weide in Dortmund.

Starke Regenfälle hatten die Weide mit rund 300 Tieren geflutet. Die Feuerwehr habe ein Rettungsboot eingesetzt und Stege gebaut, um die Tiere vor dem Ertrinken zu retten, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 120 Einsatzkräften vor Ort.

"Recht flink unterwegs"

Im Saarland waren bis 2.20 Uhr rund 50 Notrufe wegen umgekippter Bäume oder Bauzäune eingegangen. Ein Baum sei auf ein geparktes Auto gefallen. Aus Bremen hieß es "außer viel Regen nichts".

Der Deutsche Wetterdienst hatte das Tief "Mortimer" als ein kleines Tief, "das recht flink unterwegs ist und nicht unterschätzt werden sollte", angekündigt.

Gefahrenpotenzial sah der DWD unter anderem, weil die Bäume noch voll belaubt sind. Sie böten damit dem Wind eine große Angriffsfläche, sodass sie auch bei nicht ganz so hohen Windstärken umstürzen könnten.

one/dpa



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