Kältewelle in Europa Extremwetter fordert mindestens 15 Todesopfer

Österreich ächzt unter Schneemassen, in Rom stehen Metrostationen unter Wasser: Große Teile Europas leiden unter extremem Wetter. Mindestens 15 Menschen starben.

DPA

Rom/Klagenfurt/Offenbach - Schnee, Regen und Sturm haben große Teile Europas fest im Griff. Rumänien beklagt seit Sonntag 13 Kältetote, in Österreich haben Lawinen zwei Männer getötet. Dort leidet vor allem der Süden des Landes unter gewaltigen Schneemassen: Nach einem Meter Neuschnee innerhalb eines Tages herrscht in einigen Regionen der Ausnahmezustand - mehrere Täler sind von der Außenwelt abgeschnitten.

In Kärnten brach am Freitag der Bahnverkehr weitgehend zusammen, auch der Fernverkehr auf der sogenannten Tauerachse wurde eingestellt. Bis Sonntag sollen noch einmal bis zu anderthalb Meter Neuschnee fallen. In den betroffenen Gebieten wächst die Sorge, dass die Dächer mancher Gebäude die Schneelast bald nicht mehr tragen können.

Dramatisch ist die Lage auch in Rumänien, wo 13 Menschen infolge der Kälte starben - die meisten von ihnen sind laut Innenstaatssekretär Raed Arafat ältere Menschen und Obdachlose. In dem südosteuropäischen Land schneit es seit Tagen heftig, am Freitag sanken die Temperaturen auf bis zu 18 Grad unter Null.

In Rom stehen Metrostationen unter Wasser

Im angrenzenden Serbien haben die Behörden in einigen Gegenden wegen schwerer Schneestürme am Freitag den Notstand ausgerufen. Eisige Winde mit mehr als hundert Stundenkilometern fegten über das Land. In der nördlichen Provinz Vojvodina durften keine schweren Lastwagen mehr fahren, der Schiffsverkehr auf der Donau wurde landesweit eingestellt. Die Grenzen zu Rumänien, Kroatien und Ungarn wurden zudem für den Güterverkehr gesperrt. Auf einer in die Hauptstadt Belgrad führenden Straße in der Region Banat sind mehr als hundert Fahrzeuge im Schnee steckengeblieben.

Betroffen von Unwettern ist auch Italien: Schwere Regenfälle mit Gewittern haben zu Überflutungen, Erdrutschen und Hochwasser geführt. Allein in Rom rückten am Freitag 400-mal Notdienste aus, um etwa von den Wasserfluten bedrohte Obdachlose zu retten oder eine schwangere Frau per Boot ins Krankenhaus zu bringen. Ganze Straßenzüge der Hauptstadt standen unter Wasser, mehrere Metrostationen mussten geschlossen werden. Im toskanischen Pisa waren Teile der Stadt überflutet, das norditalienische Venedig erwartete für die Nacht auf Samstag ein Hochwasser, das die Hälfte der Lagunenstadt überfluten könnte.

In Deutschland ist die Wetterlage vergleichsweise ruhig: Atlantiktief "Nadja" vertreibt am Wochenende die Kaltluft aus Deutschland. Das bedeutet milderes Wetter, Regen und Glatteisgefahr. Zwar soll es im Flachland regnen, aber es kann gefährlich glatt werden. Die Temperaturen klettern überall allmählich, der Nordosten taut auf. Bis weit in die nächste Woche soll es frostfrei bleiben.

mxw/AFP/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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werner-98 31.01.2014
1. Auch Istanbul bleibt unverschont
Die Temperaturen in der Millionenmetropole Istanbul sind gestern wie heute um den Gefrierpunkt geblieben (0-4C), jedoch mit strahlendem Sonnenschein. Das ist allerdings keine Seltenheit. Schon im letzten Januar hat das Thermometer -7C im warmen Zentrum gegeben und heftige Schneefälle wurden gemessen. Komisch, dass Istanbul im Normalfall mehr Schnee als ganzes Norddeutschland kriegt. Schneehöhe bis zu 30cm sind überhaupt keine Seltenheit, selbst im Dezember 2013 gab es 20.2cm Neuschnee innerhalb von 2 Tagen.
Flying Rain 01.02.2014
2. Hm?
Wie wo was? Hab ich was verpasst? ...also hier in den höheren Lagen von Bayern fällt das Thermometer Nachts vielleicht mal auf -4 Grad C ...aber nebenbei erwähnt ist es manchmal schon erstaunlich wie manche Autofahrer bei kleinsten Mengen Schnee reagieren, als hätte es bei uns noch nie Schnee geben....
redbayer 01.02.2014
3. Dümmliche Überschrift ...
Gerade dieses Halbjahr hat Europa - im Gegensatz zu Nordamerika - keine extreme Kältewelle zu verzeichnen, sondern wegen der großräumigen und teils labileren Luftströmungen kommt es zu einzelnen Kälteströmungen bis hinein in den feuchteren Mittelmeerraum und dann schneit es halt ein paar Meter in Südtirol und Kärnten ...
sudiso 01.02.2014
4. optional
kältwelle in europa fordert 15 tote........ und wieviel tote fordert die jährliche grippewelle?????? wäre mal interessant zu erfahren. oder die jährlichen alkoholtote, Drogentoten......... all das sollte mal in das Bewusstsein gerufen werden, weil man gegen diese toten was unternehmen kann. aber man gegen tote aufgrund von wetterkapriolen absolut nichts unternehmen........
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