Wetterkapriolen Hurrikan "Gustav" auf dem Weg nach Kuba und Jamaika

Entwurzelte Bäume, überschwemmte Bananenplantagen und Bohnenfelder: Mit heftigem Regen und einer Geschwindigkeit von 145 Kilometern in der Stunde ist Hurrikan "Gustav" über Haiti gezogen. Nun peilt er Kuba, Jamaika und die Cayman-Inseln an.


Port-au-Prince - Im Karibikstaat Haiti hat Hurrikan "Gustav" einen Erdrutsch verursacht, bei dem ein Bewohner der Ortschaft Benet ums Leben kam, wie die Behörden mitteilten. Über Land schwächte sich "Gustav" am Dienstag zu einem tropischen Sturm ab, in Böen wurden noch 110 Kilometer in der Stunde gemessen. Die Meteorologen am Hurrikan-Zentrum in Miami warnten aber, dass der Sturm über See erneut Hurrikan-Stärke gewinnen könnte.

Bis Donnerstag wird "Gustav" im Seegebiet zwischen Kuba und Jamaika erwartet. Auch auf den Cayman-Inseln wurden Vorkehrungen getroffen.

Im verarmten Süden von Haiti wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Bananenplantagen und Bohnenfelder wurden überschwemmt. Bei größeren Ernteschäden drohen erneut steigende Preise und eine Verschärfung der Hungerkrise. Bei Protesten gegen die angespannte Versorgungslage kamen im April mindestens sieben Menschen ums Leben.

"Gustav" sorgte auch schon für steigende Ölpreise, da sich wichtige Offshore-Ölanlagen auf dem weiteren Weg des Frontensystems befinden.

Der Shell-Konzern bereitete sich auf eine Evakuierung von Ölplattformen im Golf von Mexiko vor. An der New Yorker Rohstoffbörse stieg der Preis für 159 Liter Rohöl mit Liefertermin Oktober um 1,16 Dollar auf 116,27 Dollar.

Erst Mitte des Monats hatte der Tropensturm "Fay" auf Haiti und in der Dominikanischen Republik schwere Überflutungen verursacht. Mehr als 20 Menschen verloren ihr Leben.

jjc/AP/AFP



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