WHO "Schwerwiegende Lücken" in Chinas Sars-Daten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht "schwerwiegende Lücken" in den chinesischen Daten über die tödliche Lungenkrankheit Sars. Die Krankengeschichte der Patienten wird nur ungenügend erforscht.


Schutz vor Sars in Peking
AP

Schutz vor Sars in Peking

Peking - Wie WHO-Sprecherin Mangai Balasegaram am Samstag der Nachrichtenagentur AP in Peking sagte, ist bislang nicht bekannt, wie sich die Hälfte der gemeldeten Sars-Patienten infizierten.

"Das bedeutet, das man nicht weiß, was vor sich geht", sagte Balasegaram. "Die Epidemie könnte sich in eine Richtung bewegen und man könnte es nicht mitbekommen."

Die fehlenden Informationen könnten mit unzureichenden Aufnahmeprotokollen zusammenhängen, sagte die WHO-Sprecherin weiter. Das Personal vieler chinesischer Krankenhäuser sei darin nicht ausgebildet worden. "Man muss wissen, wo die Leute wohnen, welche Kontakte sie hatten und wo sie sich aufhielten", erklärte sie. Die chinesischen Behörden seien dabei, ihre Daten zu vervollständigen.

Weltweit jetzt 519 Todesopfer

Taiwan meldete am Samstag den Tod von vier weiteren Sars-Patienten. Zugleich wurden dort 23 Neuinfektionen registriert, die höchste Zunahme seit Auftreten des ersten Falls der Lungenseuche vor zwei Monaten. Die Zahl der Toten stieg mit den jüngsten Angaben in Taiwan auf 18, weltweit auf 519. Möglicherweise gibt es auch in Nigeria einen neuen Sars-Todesfall.

In der Volksrepublik China hat sich die Rate der Neuinfektionen in den letzten Tagen kontinuierlich verringert, auch wenn das Land mit 4.800 Fällen und 230 Toten immer noch die meisten Sars-Opfer verzeichnet.

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