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28. Januar 2014, 18:03 Uhr

Vatikan-Umfrage im Ausland

Die Furcht vor der Sexualmoral der Gläubigen

Unter deutschen Katholiken wird über den Fragebogen des Vatikans kontrovers diskutiert: Ihre Sexualmoral hat mit der kirchlichen Lehre wenig gemein. Wie sieht es in anderen Teilen der Welt aus? Eindrücke aus sechs Ländern.

"Die Kirche ist aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen", das sagte Jorge Mario Bergoglio zu den Kardinälen, bevor die ihn zum Papst wählten. Krank sei die Kirche, verpestet durch die Selbstbezogenheit von Personal und Institutionen. Papst Franziskus hat die Heilung zur Mission erhoben: Er predigt die Abkehr von weltlichem Prunk, er fordert zur offenen Diskussion auf, auch Reizthemen sollen auf den Tisch.

Teil der Mission ist ein Fragebogen, der an alle Bischofskonferenzen weltweit verschickt wurde: Wie stehen Katholiken zur Ehe, zur Scheidung, zur Empfängnisverhütung? Im Oktober kommen die Bischöfe im Vatikan zusammen, um über die Ergebnisse zu diskutieren. Die deutsche Bischofskonferenz will ihr Resultat am Freitag nach Rom schicken.

Diejenigen Bischöfe, die den Fragebogen an die Gläubigen weiterreichten, dürften einen Realitätsschock erlebt haben: Erste Auswertungen in Deutschland machen deutlich, dass das Leben von Katholiken und die Kirchenlehre wenig miteinander zu tun haben (Lesen Sie die ausführliche Geschichte hier im neuen SPIEGEL).

Doch der Dialog mit der Basis bleibt den meisten Kirchenoberen fremd: In kaum einem Land wird der Fragebogen derart kontrovers diskutiert, wie in Deutschland. In anderen Teilen der Welt werden die Fragen oft in den Diensträumen der Bistümer beantwortet, die Lebenswirklichkeit der Gläubigen bleibt außen vor.

Doch der Wunsch nach Reformen wird auch dort laut, wo der Fragebogen die Basis nicht erreichte. Eindrücke aus sechs Ländern.

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