Wie in China aus Hunden Pelze werden

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Dieser Beitrag wurde am 05.11.2015 auf bento.de veröffentlicht.



Aktivisten von Animal Equality haben in China Tierquälerei dokumentiert: Hunde, die auf offener Straße eingefangen und entführt werden – um dann, offenbar tagelang ohne Futter und Wasser, eingesperrt und getötet zu werden.

Die Fotos sollen belegen, dass in den chinesischen Städten Jining, Foshan und Jiaxing Hunde und Katzen sterben müssen, damit aus ihrem Fell Kleidung, Taschen und Kinderspielzeug hergestellt werden können.

Das geht auch aus einem Video der Organisation hervor: Die Tiere werden herumgeworfen und mit Schlägen auf den Kopf getötet, in manchen Fällen scheinen sie noch bei Bewusstsein zu sein, während ihnen die Kehle aufgeschnitten wird.

Achtung: Das Video enthält Szenen extremer Gewalt an Tieren.

Die Organisation schätzt, dass in China jedes Jahr etwa zehn Millionen Hunde für Fleisch oder Fell getötet werden.

Auch, wenn Hunde- und Katzenfelle seit 2008 in Europa verboten sind (EU-Verordnung ), gelangen sie offenbar trotzdem nach Deutschland: "In den vergangenen Jahren tauchten in Deutschland immer wieder falsch gelabelte Pelzprodukte auf. Oft werden die Pelze unter Fantasienamen verkauft oder als Kunstfell vermarktet, um Verbraucher zu täuschen", sagt Stefanie Lenz, Sprecherin von Animal Equality.

Es sei schwierig, Kontrollen durchzuführen, weil die Felle meist chemisch behandelt würden und DNA-Analysen kostspielig und zeitaufwändig seien.

Das Deutsche Pelz Institut  sieht diese Probleme nicht: Ihr seien keine Fälle bekannt, in denen Hunde- oder Katzenfelle aus China auf den deutschen Kleidungsmarkt gelangt sind, sagt Sprecherin Susanne Kolb-Wachtel. "Zumindest in der Pelzbranche ist man an Hunde- und Katzenfell auch gar nicht interessiert. Wir handeln nicht mit diesen Fellen und geben die Züchtung von Haushunden oder -katzen auch nicht in Auftrag."

Animal Equality und andere Organisationen kaufen regelmäßig angebliche Kunstfelle in deutschen Pelzgeschäften und geben Proben davon in Labore. "Dabei kommt teilweise heraus, dass auf dem deutschen Pelzmarkt immer wieder echte Hunde- und Katzenfelle gehandelt werden", sagt Stefanie Lenz. Wer in Deutschland Pelz kaufe, müsse also damit rechnen, zu Tode gequälte Hunde und Katzen zu tragen.

In China gebe es keine Tierschutzgesetze – deswegen sei der internationale Druck entscheidend, um die chinesische Regierung dazu zu bringen, "wichtige Schritte gegen die Grausamkeiten zu unternehmen."

Die Organisation, die sich mit der Hilfe von chinesischen Aktivisten für mehrere Wochen in Hundefarmen schleuste, will mit ihren Aktionen zeigen, auf welch abscheuliche Weise man in Teilen Chinas vorgeht, um Tierfell teuer verkaufen zu können. Es ist bereits die vierte Recherche über das Töten von Hunden und Katzen in China, die Animal Equality durchgeführt hat.

Die Aktion ist Teil der Kampagne "Leben statt Leiden ", für die die Organisation bereits mehr als 500.000 Unterschriften gesammelt hat. 2014 seien durch den Einsatz der Aktivisten ein Hundeschlachthaus und 33 Verkaufsstände geschlossen worden, sagt Lenz.

Animal Equality  ist eine gemeinnützige Tierrechtsorganisation mit Sitz in Spanien. Durch verschiedene Aktionen möchte die Organisation den gesellschaftlichen Umgang mit Tieren in Frage stellen. Ende 2014 deckte sie Tierquälerei in einem Mastbetrieb für den deutschen Wiesenhof-Konzern auf.

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