Umgang mit Wiederverheirateten Vatikan reagiert verhalten auf Freiburger Vorstoß

Die Erzdiözese Freiburg will Geschiedene, die wieder heiraten, in die katholische Kirche reintegrieren, doch der Plan stößt im Vatikan auf Vorbehalte. "Das Dokument der Diözese ist nicht maßgebend", sagt ein Sprecher des Kirchenstaates.

Erzbischof Robert Zollitsch: "Lösungen finden"
DPA

Erzbischof Robert Zollitsch: "Lösungen finden"


Rom - Der Vatikan hat zurückhaltend auf den Vorschlag der Freiburger Diözese zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen reagiert. "Das Dokument der Diözese ist nicht maßgebend", sagte ein Sprecher des Vatikans der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Es handele sich um eine unabhängige Initiative eines Büros der Erzdiözese, zitiert das Blatt den Sprecher. Der Vorschlag gehe nicht auf den Freiburger Erzbischof und Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zurück. Zollitsch hat sich bislang nicht zu dem aus seiner Diözese stammenden Vorschlag geäußert. Allerdings hat er sich in den vergangenen Wochen bereits mehrfach für einen neue Handhabung ausgesprochen.

Das Seelsorgeamt der Erzdiözese hatte am Montag ein Papier vorgelegt, das vorschlägt, wiederverheirateten Katholiken die Teilnahme an der Kommunion unter bestimmten Voraussetzungen zu erlauben. Bislang sind Menschen, die sich nach einer kirchlichen Trauung scheiden lassen und danach erneut heiraten, von der Kommunion ausgeschlossen und dürfen keine Kirchenämter bekleiden.

Zollitsch hatte sich im September zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz durchaus positiv über wiederverheiratete Katholiken geäußert: "Sie gehören zur Kirche." Es gehe darum, "auf der ganzen Breite der Kirche Lösungen zu finden".

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, versicherte, dass die deutschen Bischöfe beim Thema wiederverheiratete Geschiedene mit einer Stimme sprechen wollen. Es gehe dem Erzbischof darum, in dieser komplexen und schwierigen Frage eine Lösung im Einklang mit der Weltkirche zu finden, sagte sein Sprecher.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) wolle dabei "zusammenbleiben". Den Vorstoß aus Freiburg werte Marx als "Beitrag zum noch nicht abgeschlossenen Diskussionsprozess" in der DBK. Eine von den Bischöfen eingesetzte Arbeitsgruppe werde ihren Bericht im Januar vorlegen.

gam

insgesamt 6 Beiträge
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gutermensch_hh 08.10.2013
1. Das ich das noch erleben darf...
Zitat von sysopDPADie Erzdiözese Freiburg will Geschiedene, die wieder heiraten, in die katholische Kirche reintegrieren, doch der Plan stößt im Vatikan auf Vorbehalte. "Das Dokument der Diözese ist nicht maßgebend", sagt ein Sprecher des Kirchenstaates. http://www.spiegel.de/panorama/wiederverheiratete-vatikan-von-freiburger-vorstoss-irritiert-a-926648.html
Ich bin vor 18 Jahren ausgetreten, weil ich als Katholik eine geschiedene alleinerziehende Katholikin heiraten wollte. Der Gemeindepfarrer hatte ein von mir angestrebtes Gespräch nicht führen wollen. Und jetzt haben wir einen Papst der den Lehren von Franziskus nacheifert... Mal sehen, ob das gutgeht...
stefanbodensee 08.10.2013
2. war klar, oder ?
es ist eben ein weiter weg von lippenbekenntnissen unseres papstes bis zur letztendlich praktischen umsetzung von solchen 'bahnbrechenden' änderungen. die realität wirds irgendwann schon richten - und die katholische kirchenführung hoffentlich irgendwann eingeholt haben.
manni.baum 08.10.2013
3. der Allwissende
liebe geschiedene Katholiken, wenn einem "der allwissende Gott" zuerst mal den falschen Partner aufoktroyiert sollte man seine Kompetenz auf anderen Gebieten auch nicht überbewerten.
vajk 08.10.2013
4. die Entscheidungsfreiheit
ist von Gott gegeben. Wem also die Teilnahme an der Kommunion wichtig ist, der kann doch auch hingehn. Bin viel auf Reisen unterwegs und wurde noch nie von einem Priester gefragt, ob ich denn noch immer mit meiner ersten katholisch getrauten Frau zusammen bin. Der Standpunkt der Kirche ist in vielen Punkten klar und deckt sich nicht unbedingt mit der Meinung selbstständig denkender Menschen. Aber dennoch fühle ich mich in der kath. Kirche so frei, dass ich meine Meinung leben kann ohne mich bevormunden zu lassen. Wer fragt ist selbst schuld, wenn er sich über die Antwort ärgert. Das Leben selbst in die Hand nehmen und versuchen die Freiheit des Nächsten dabei nicht zu verletzen ist möglich.
Falsche Küste 08.10.2013
5. Annullierung?
Ich dachte immer die Katholen koennen wieder heiraten und werden wieder zur Kommunion zugelassen, wenn die Ehe annulliert wird. Da wird dann ein Schrieb aufgesetzt, der an den Vatikan geschickt wird. Dort entscheidet dann einer, ob annulliert wird oder nicht. Die Ehe hat dann in den Augen der Kirche nie stattgefunden. "Wir machen den Weg frei." Welch perfides, da unehrliches Konstrukt.
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