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Fontäne in Wiesbaden: Sprudelnder Untergrund

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Wiesbaden Bohrung löst Wasserfontänen aus

Bauarbeiter haben in Wiesbaden versehentlich eine 130 Meter tief gelegene Wasserblase angebohrt. Zeitweise schossen haushohe Fontänen aus dem Boden, pro Minute sprudelten rund 6000 Liter Wasser.

Wiesbaden - Nach einer fehlgeschlagenen Erdwärmebohrung am hessischen Finanzministerium sind am Donnerstag gewaltige Massen Wasser und Schlamm ausgetreten. Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) sprach von einer "extremen Situation", wie sie auch von anwesenden Geologen noch nicht beobachtet worden sei. Auch am Freitagmorgen sprudelte noch ein Geysir auf dem Parkplatz neben dem Ministerium, auf dem ein erdwärmegeheizter Anbau errichtet werden soll.

Am Donnerstagnachmittag hatten Bauarbeiter in etwa 130 Metern Tiefe versehentlich eine unter Druck stehende Wasserblase angebohrt. Die Feuerwehr war stundenlang im Dauereinsatz. Zeitweilig schossen meterhohe Fontänen aus dem Boden. Fachleute berechneten den Wasseraustritt auf 6000 Liter pro Minute. Der Schlamm ergoss sich über den Parkplatz und auf die Wiesbadener Friedrich-Ebert-Alle, eine der Hauptstraßen Richtung Innenstadt.

Bis zum Morgen wurden nach Angaben der Einsatzkräfte 56 Kubikmeter Beton in das Hauptbohrloch gefüllt. Inzwischen habe man die Situation aber im Griff. Ein Ministeriumssprecher sagte: "Mittlerweile blubbert das Wasser nur noch aus dem Boden." Der entstandene Schaden könne noch nicht beziffert werden.

Die sogenannten Geothermie-Tiefenbohrungen waren etwa 30 Meter vom Ministerium entfernt vorgenommen worden. Das Ministerium will 2010 auf dem Parkplatz einen Anbau mit Büros und einer Kinderkrippe errichten. "Das Gebäude soll Modellcharakter haben. Es wird im Passivhaus-Standard errichtet", sagte Büroleiter Hohmann. Die Bohrungen wurden unternommen, um zu prüfen, ob der Bau mit Erdwärme versorgt werden kann. Die Erkundungsfirma aus Fulda sei erfahren, so Finanzminister Weimar. Er gehe deshalb nicht von menschlichem Versagen aus.

mas/dpa/AFP
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