Wiesbaden Patient starb an Lassa-Fieber

In einer Klinik in Wiesbaden ist ein Nigerianer an Lassa-Fieber gestorben. Die gefährliche Krankheit sei zunächst nicht erkannt worden, das habe erst die Untersuchung des Toten ergeben, hieß es.


Die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden
DPA

Die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden

Wiesbaden - Der Mann sei kein Urlauber gewesen, sondern habe in Nigeria gelebt und sei nur zur Behandlung nach Deutschland gekommen. Alle Kontaktpersonen seien identifiziert und würden beobachtet, betonte eine Sprecherin des hessischen Sozialministeriums.

Der 57 Jahre alte Mann war am 27. März mit einer Rettungsmaschine aus Afrika nach Deutschland geholt und in die Wiesbadener Klinik eingeliefert worden. Nachdem die Symptome zunächst nicht auf eine Erkrankung mit Lassa-Fieber hingewiesen hätten und der Zustand des Patienten sich verbessert habe, sei der Mann dann am vergangenen Samstag überraschend gestorben.

"Es sind alle nur möglichen Schutzmaßnahmen sofort ergriffen worden", erklärte Sozialministerin Marlies Mosiek-Urbahn. Die Symptome hätten zunächst nicht auf eine Lassa-Erkrankung hingewiesen. Der Virus habe offenbar das Gehirn des Mannes infiziert. Im Blut sei das Virus dagegen nicht nachweisbar gewesen. Aus diesem Grund gehen die Gesundheitsbehörden davon aus, dass Kontaktpersonen des Toten sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht angesteckt haben. Alle Menschen die unmittelbaren Kontakt mit dem Lassa-Patienten hatten, stünden unter Beobachtung. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht.

Im Januar war in Würzburg eine 23 Jahre alte Urlauberin nach einem Aufenthalt in Afrika an Lassa-Fieber gestorben.



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