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Will Smith Vom Prinzen zum König

aus DER SPIEGEL 46/2021
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Thibault Camus / AP

Hollywoodstar Will Smith, 53, spielt gern Männer mit großer Klappe. Dass es ihm auch pri­vat nicht an Selbstbewusstsein mangelt, zeigt seine Autobiografie »Will«, die gerade auf Deutsch erschienen ist. Anfang der Neunzigerjahre habe er sich ein ziemlich großes Ziel gesetzt, erklärt er in dem über 500 Seiten langen Werk: »Ich möchte der erfolgreichste Filmstar der Welt werden.« Zu dem Zeitpunkt war der in Philadelphia geborene, aus einer Mittelschichtsfamilie stammende Schauspieler bereits als Rapper und als Hauptdarsteller der Fernsehserie »Der Prinz von Bel-Air« populär. Einige Jahre später brachte er es mit Blockbustern wie »Independence Day« (1996), »Men in Black« (1997) oder »Hancock« (2008) tatsächlich zum bestverdienenden Hollywoodstar, mit 80 Millionen Dollar führte er die entsprechende »Forbes«-Liste an. In seiner Autobiografie erzählt Smith, der demnächst im Sportdrama »King Richard« als Vater der Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams zu sehen sein wird, wie ihn der militärische Drill seines eigenen Vaters geprägt hat. Das Buch ist eine Hymne auf Disziplin und Durchsetzungskraft, seinen Namen Will, so schreibt er gleich auf den ersten Seiten, trage er nicht umsonst. Wo ein Wille sei, sei auch ein Weg, betont er ständig. Selbst die eigenen Ängste könne man sich zunutze machen. Smith versteht sein Buch offenbar teilweise als Ratgeber und lässt den Leser an seinen Lebensweisheiten teil­haben, aber auch an wenig glanzvollen Momenten. Offen redet er über Anflüge von Größenwahn und Karriere­abstürze, über sein Fehlverhalten gegenüber Frauen und über Missgriffe bei der Wahl seiner Freunde. Von Gangstern, so seine Lektion, sollte man sich besser fernhalten.

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